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Zehn Fragen zum Musik-Streaming

Das Musik-Streaming ist momentan einer der am schnellsten wachsenden Nutzungstrends in der Musikwelt. Die Zahl der legalen Audio-Streaming-Dienste ist allein in Deutschland inzwischen auf rund 20 Anbieter gestiegen. Im Folgenden beantworten wir die wichtigsten Fragen zu dieser neuen Facette Musik zu hören und zu genießen.

1: Was ist eigentlich Musik-Streaming?
Beim Streaming hört man Musik als Datenstrom: Dateien werden schubweise in kleinen Paketen via Internet auf ein Endgerät wie beispielsweise einen PC, ein Smartphone oder einen Tablet-Computer übertragen, ohne dort oder auf einer Festplatte dauerhaft gespeichert zu werden. Dem User steht – unabhängig vom Speicherplatz – ständig eine große Auswahl an Künstlern, Alben und Songs zur Verfügung, je nach Dienst bis zu 20 Millionen Titel. Dabei kann eine  persönliche Auswahl in Playlists zusammengestellt werden. Für die Nutzung dieser Dienste ist es erforderlich, sich vorab zu registrieren - in der Regel wird eine monatliche Abo-Gebühr erhoben. Einige Dienste bieten zudem auch kostenfreie Varianten an, die über einen reduzierten Funktionsumfang verfügen und sich über Werbung finanzieren. Von diesem sogenannten On-Demand-Streaming zu unterscheiden ist das Radio-Streaming: Beim Webradio kann der Hörer seine Präferenzen zwar durch die Wahl des Senders steuern – eine freie Titelwahl oder das Erstellen von Playlists ist allerdings nicht möglich. Derzeit senden etwa 3.000 Radio-Anbieter im Netz, darunter rund 20 personalisierte Dienste. Bei diesen zumeist kostenlosen Angeboten, wie z.B. last.fm, werden entlang des eigenen Musikgeschmacks oder einzelner Songs Playlists erstellt, die online im Live-Stream abgespielt werden können.

2: Muss ich dafür immer online sein?
Ja und nein. Prinzipiell ist für diese inzwischen sehr beliebte Art des Musikhörens eine Internetverbindung erforderlich – dabei gilt: Je höher die Bandbreite des Internet-Zugangs, desto reibungsfreier läuft der Stream. Allerdings bieten die Dienste in der Regel auch einen Offline-Modus an: Songs und Playlists können im Online-Modus synchronisiert, offline zwischengespeichert und so beispielsweise auf dem Smartphone oder Tablet-Gerät auch dann abgerufen werden, wenn mal kein Netzzugang möglich oder gewollt ist – für Musikfans und Vielreisende ein unverzichtbares Feature. Je nach Anbieter wird dafür eine zusätzliche Nutzungsgebühr erhoben. Wer Audio-Streaming-Dienste in Anspruch nehmen möchte, sollte über einen entsprechenden Datentarif für das Internet bzw. das Mobiltelefon verfügen, am besten natürlich eine entsprechende Flatrate. Denn vor allem bei der mobilen Nutzung fällt zusätzlicher Datenverkehr an, der Extrakosten verursachen oder eine Reduzierung der Datenübertragung zur Folge haben kann – hier empfiehlt sich im Zweifelsfall eine Rücksprache mit dem Mobilfunkanbieter, zumal einige auch spezielle Angebote für das Musikstreaming bereitstellen. Sofern der genutzte Musik-Streaming-Dienst über einen Offline-Modus verfügt, bietet es sich an, die gewünschten Titel oder Playlists auf dem Smartphone zu synchronisieren, um unterwegs keinen Datenverkehr zu verursachen. Im Ausland ist es angeraten, die Dienste entweder im Offline-Modus oder über eine bestehende W-LAN Verbindung zu nutzen, da ansonsten hohe Roaming-Kosten anfallen können.

3: Funktioniert das auf allen Endgeräten?
Zum Musikhören am Windows-PC oder Mac bieten fast alle Dienste Browserlösungen an. Bei einigen Anbietern muss zunächst ein sog. Client heruntergeladen und auf dem PC installiert werden. Die mobile Nutzung ist generell möglich, kostet jedoch in der Regel extra. Nahezu alle Dienste können mit dem iOS- sowie dem Android-Betriebssystem verwendet werden. Um darüber hinaus mobile Versionen nutzen zu können, muss lediglich die entsprechende App im AppStore auf dem eigenen Smartphone gesucht und installiert werden. Bei der parallelen Nutzung der Dienste zu Hause und unterwegs kommt dabei der klare Vorteil zur Geltung, dass die Online-Playlists in der „Cloud“ verankert sind: Werden die Online-Playlists per PC angelegt, sind sie dann automatisch auch per Smartphone abrufbar.

4: Welche Dienste gibt es in Deutschland?
Die Zahl der legalen Audio-Streaming-Dienste ist allein in Deutschland inzwischen auf rund 20 gestiegen. Zu Pionieren in Deutschland wie Napster oder Musicload Nonstop gesellen sich heute Ampya, Deezer, Juke, Maxdome, musichub, Naxos, Naxos Music Jazz Library, Naxos Music Library, Nokia Musik, Rdio, Rara, simfy, Sony Music Unlimited, Spotify, Wimp und Xbox. Funktion, Umfang und Preis der Pakete liegen bei den meisten dicht beieinander: Man bezahlt eine monatliche Gebühr von etwa 5 € und kann auf die komplette Musik-Sammlung zugreifen. Für rund 10 € im Monat bekommen User als Premium-Kunden außerdem die Offline-Version und damit den ständigen Zugriff auf ihre Lieblingstitel und -Künstler geboten. Nur bei sogenannten Freemium-Modellen gibt es auch eine werbefinanzierte Variante mit reduziertem Funktionsumfang.

5: Was erwartet mich als Hörer?
Nach erfolgter Anmeldung können Abonnenten auf ein enorm großes Repertoire an Musik zugreifen. Das fängt bei circa zehn Millionen Titeln an und geht bei einigen Anbietern fast ins Doppelte. Die Bandbreite der Stilrichtungen reicht von aktuellen Chart-Platzierungen, Reggae, Elektro und Juwelen aus dem Independent-Bereich über Country und Oldies bis hin zu Chanson und klassischer Musik. Hörer können konkret nach speziellen Titeln, Künstlern, Alben oder einfach Genres suchen und auf diese Weise ihre Lieblingsmusik genießen oder dank ständiger personalisierter Vorschläge spannendes musikalisches Neuland betreten. Durch Schnittstellen zu Facebook oder anderen Social Media Plattformen besteht je nach Anbieter außerdem die Möglichkeit, Playlisten von Freunden zu durchstöbern und per Social Listening interessante Neuentdeckungen zu machen.

6: Wie unterscheiden sich die Dienste in ihrer Klangqualität?
Die beste Musiksammlung macht ohne ein ordentliches Klangerlebnis keinen Spaß. Die Qualität des Streaming-Sounds variiert nicht nur von Dienst zu Dienst, sondern kann auch innerhalb eines Anbieters stark schwanken: Viele Dienste bieten heute unterschiedliche Qualitätsstufen auf mp3-Niveau an. Dabei gilt jedoch: je höher die Soundqualität, desto höher auch die Datenübertragung. Der User kann zumeist selbst entscheiden, welche Bitrate er in Anspruch nehmen möchte. Für die Smartphone-App gibt es außerdem mobilfunkfreundliche kleinere Bit-Pakete. Generell liegen die meisten Streaming-Dienste in Sachen Sound nicht weit voneinander entfernt. Übrigens lassen sich viele Streaming-Dienste mittlerweile bequem auch über die Stereoanlage nutzen, sofern diese über einen entsprechenden Player verfügt. Zudem gibt es neuartige Lautsprecher für Streaming-Dienste oder Bluetooth-Boxen fürs Smartphone, bei denen die Musik direkt übertragen wird.

7: Ist Streaming bei uns legal?
Ja, die in Deutschland verfügbaren Audio-Streaming-Dienste wurden von den Musikfirmen lizenziert. Außerdem entrichten die Anbieter grundsätzlich Lizenzen an Verwertungsgesellschaften wie die GEMA. Das heißt: Bei jedem gestreamten Song verdienen die Kreativen und ihre Partner mit. Wer sich unsicher ist, ob ein Online-Musikdienst Kreative und ihre Partner fair entlohnt, kann sich auf der Seite www.pro-music.org über die Dienste informieren.

8: Wie funktioniert die Vergütung der Labels und Künstler?
Die Kreativen und ihre Partner werden an den Einnahmen der Streaming-Dienste prozentual beteiligt. Wie hoch die Vergütung tatsächlich ist, hängt von den individuellen Verträgen einerseits zwischen den Plattenfirmen und den Künstlern sowie andererseits zwischen den Firmen und den jeweiligen Streaming-Diensten ab. Entscheidend für die Höhe der Zahlungen ist dabei die Häufigkeit der gestreamten Tracks. Anders als bei Downloads oder CD-Käufen, wo der Nutzer ein einziges Mal bezahlt, verdienen der Künstler und seine Partner beim Streaming jedes Mal aufs Neue, wenn sein Song gehört wird. So kann durch viele Kleinstbeiträge über einen längeren Zeitraum hinweg ein substanzieller Betrag – und damit eine zusätzliche Einnahmequelle neben dem Verkauf von Musik per CD oder Download erwirtschaftet werden.  Ein weiterer Vorteil: Gerade für diejenigen, die sich bisher ausschließlich illegal aus dem Netz versorgt haben, hat Streaming das Potential, eine Brücke zum legalen Konsum zu bilden.

9: Was passiert, wenn ich mich von einem Dienst wieder abmelde?
Wer sein Abo bei einem Streaming-Anbieter kündigt, hat in der Regel keinen Zugriff mehr auf die dort oder in den Playlists befindlichen Songs. Das gilt auch für die im Offline-Modus angelegten Songs. Ob die Information, welche Songs in den Playlists enthalten waren, auch über das Abo hinaus erhalten bleibt und ggfs. sogar exportiert und bei späterer Nutzung wieder verwendet werden kann, variiert. Hier lohnt sich ein Vergleich der Anbieter. Bei Diensten, die auch eine kostenfreie Variante, blieben die Playlists in der Regel bestehen – die Nutzung erfolgt im Folgenden aber eingeschränkt und unter Einblendung von Werbung.

10: Wie finde ich für mich die richtige Plattform heraus?
Wer sich bei der Auswahl nicht allein auf Ratschläge und Empfehlungen von Freunden und Foren verlassen möchte, macht sich am besten selbst ein Bild. Alle Dienste bieten die Möglichkeit, ihren Service zunächst kostenlos und in vollem Umfang zu testen, bevor man sich für ein kostenpflichtiges Abo entscheidet. Die Testphase dauert im Normalfall zwischen einer Woche und einem Monat. Ausgestattet mit speziellen Features wie externen Apps, Zusatzinformationen zu laufenden Künstlern oder der Möglichkeit externe MP3s in die Playlisten zu integrieren, hat jeder Dienst seine eigene Sparte gefunden. Wo der eine seinen Fokus auf die Empfehlung und Vorstellung von Musik legt, steht bei anderen z.B. die soziale Interaktion im Vordergrund.

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Andreas Leisdon
Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 

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