Absatz

Zahl der verkaufen Alben geht leicht zurück auf 105 Millionen, 84 Millionen davon auf CD und 19 Millionen als Downloads. Vinyl ist mit 2,1 Millionen verkauften Stück um 21 Prozent gewachsen. 40 Millionen Alben deutscher Künstlerinnen und Künstler gingen über reale und virtuelle Ladentische. Dazu wurden insgesamt 21 Milliarden Songs gestreamt.

Deutsche Pop-Musikerinnen und -Musiker verkaufen 40 Millionen Alben

Alben waren auch 2015 gut im Geschäft. Sie verkauften sich insgesamt 104,5 Millionen Mal, zählt man den physischen und den Download-Absatz zusammen. Das ist zwar etwas weniger als im Vorjahr (108 Millionen), doch bleibt das Album auch 2015 das beherrschende Veröffentlichungskonzept für Künstler, wertgeschätzt auch von den Fans, wie die Absatzzahlen zeigen. Ob und wie stark die zunehmende Verbreitung von Streaming künftig das Album betreffen wird, bleibt abzuwarten. Bis dato vollzieht sich der Album-Rückgang trotz der rasanten Zuwachsraten beim Streaming in jedem Fall recht moderat.

Topformat und -medium für die Verbreitung von Alben war die CD mit 83,6 Millionen verkauften Einheiten (Abbildung 7). Hinzu kamen 18,5 Millionen Download- und 2,1 Millionen Vinyl-Alben. Das Minus bei der CD fiel mit vier Prozent etwas größer aus als bei den Downloads, die um nur 2,6 Prozent zurückgingen. Erneut zugelegt hat dagegen, wie schon im Vorjahr, die Schallplatte. Insgesamt wurden 300.000 Vinyl-Alben mehr verkauft als 2014, das ist ein Wachstum von 20,9 Prozent. Der Umsatz wuchs dabei sogar um 30,7 Prozent, sodass mit Vinyl im vergangenen Jahr insgesamt 50 Millionen Euro umgesetzt wurden. 

Heimische Pop-Acts verkaufen Zehn Millionen mehr Alben als die internationalen

Nationale Produktionen liegen im Trend, das schlägt sich auch im Absatz nieder. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr rund 40 Millionen Alben deutscher Pop- Künstlerinnen und -Künstler verkauft. Weitere rund 30 Millionen Alben gingen auf das Konto internationaler Pop-Musiker, die gegenüber dem Vorjahr um 3,7 Prozent verloren (Abbildung 7A). Noch deutlicher wird die Hinwendung zu nationalem Repertoire beim Blick auf den Download-Anteil am jeweiligen Gesamtabsatz: Während Pop International auch hier um 3,3 Prozentpunkte auf einen Anteil von 15,4 Prozent zurückging, legte Pop National um 1,2 Prozentpunkte auf einen Download-Anteil von 21,1 Prozent zu.

Abb. 7: Musikabsatz physisch in der Bundesrepublik Deutschland
Abb. 8: Musikabsatz Downloads
Abb. 9: Musikstreamings seit Mai 2012
Abb. 10: Gesamtangebot und Neuerscheinungen von Pop- und Klassiktonträgern 2006/2015
 

Demnach wird etwa jedes fünfte deutsche Pop-Album als Download gekauft und jedes sechste aus der Kategorie Pop International.

Deutliche Verluste gab es im vergangenen Jahr für die Klassik: Waren im Jahr 2014 noch rund 5,8 Millionen Klassik-Alben verkauft worden, waren es 2015 nur fünf Millionen – 13,7 Prozent weniger. Immerhin hat sich der Anteil der Downloads, ein besonders wichtiges Thema für die Klassik, leicht erhöht von 6,2 Prozent 2014 auf 6,7 Prozent 2015. Das zeigt, dass sich auch die Klassik-Fans Stück für Stück der digitalen Welt annähern.

Die TV-Compilations gingen von 7,96 auf rund 7,3 Millionen Einheiten zurück. Mit 7,5 Prozent konnten die Kinderprodukte als einzige Kategorie deutlich zulegen. Insgesamt wurden hier im vergangenen Jahr fast 15 Millionen Stück verkauft.

617 Millionen Songs?…

… war die wöchentliche Streaming-Menge Ende des Jahres 2015 (Abbildung 9), fast doppelt so viele wie Ende 2014 (329 Millionen). Diese Zahl schließt premium- und werbefinanzierte Streams der Audio-Streaming-Plattformen ein. Auch die Zahl der im gesamten Jahr gestreamten Songs bestätigt diese Dynamik: Laut GfK Entertainment sind 2015 insgesamt 21,2 Milliarden Songs aus der Cloud konsumiert worden. 2014 waren es 11,5 Milliarden, 2013 waren es sechs Milliarden. Es hat hier also jedes Jahr eine quasi Verdopplung gegeben. 

Hohe Dynamik bei digitalen Neuerscheinungen

Absatzentwicklung der deutschen Musikindustrie 1970 - 2015

287.701 Artikelnummern physischer Tonträger waren 2015 in der Artikelstammdatenbank der PHONONET GmbH gelistet (Abbildung 10), knapp 7.000 mehr als im Vorjahr. Das Gros dieser Titel sind Pop-Alben, davon 195.462 reine Audio- und 6.138 Video-Alben. Mit 15.389 Neuerscheinungen im physischen Bereich wurden 2015 gut 3.000 neue Titel weniger veröffentlicht als im Vergleichsjahr 2006. Die Gesamtzahl der Digitalalben dagegen, die im DigiAS1 seit 2014 ebenfalls erfasst werden, hat sich im Pop-Bereich innerhalb eines Jahres um mehr als 300.000 auf 1,78 Millionen Titel erhöht. Diese Zuwächse entstehen unter anderem durch eine wachsende Vielzahl unterschiedlicher Editionen des gleichen Produktes sowie durch die im Zuge von Digitalisierung und Globalisierung zunehmende Verfügbarkeit internationaler Produkte.

Bei den physischen Singles wiederum ist die Gesamtzahl der Titel 2015 geringer als noch 2006, dafür übersteigen die Neuerscheinungen mit 113.861 (im Single- Bereich sind das nahezu ausschließlich digitale Veröffentlichungen) die von 2006 deutlich. Insgesamt waren bis Ende Dezember 2015 im DigiAS 1,34 Millionen Pop-Singles registriert.
 
In der Klassik ist die Zahl der insgesamt bestellbaren physischen Titel 2015 mit knapp 80.000 knapp doppelt so hoch wie im Jahr 2006, es gab jedoch weniger physische Neuerscheinungen: 4.696 waren es im Vergleich zu 6.195 in 2006. Die Zahl der im DigiAS erfassten digitalen Klassik-Alben liegt bei 138.565.