Absatz

Insgesamt 57 Millionen physische Tonträger wurden 2018 verkauft, rund 51 Millionen davon waren CDs. Downloads gehen weiter zurück. Die Zahl der Audio-Streams innerhalb eines Jahres erreicht mit knapp 80 Milliarden einen neuen Höchststand.  

 

Trotz Streaming und Co. haben sich 2018 Konsumenten in vielen Fällen für Musik auf physischen Tonträgern entschieden, sodass davon insgesamt 57,1 Millionen Exemplare verkauft wurden (Abb. 7). Mit einem Rückgang von 19 Prozent gegenüber 2017 setzte sich bei physischen Tonträgern allerdings der Trend der vergangenen Jahre fort. Im Vergleich zu den 2009 verkauften Einheiten (rund 121 Mio. Stück) haben sich die Verkäufe innerhalb eines Jahrzehnts mehr als halbiert.

ABB. 7: Musikabsatz physisch in der Bundesrepublik Deutschland 2009 – 2018

Bei den allermeisten physischen Tonträgern handelt es sich um Longplayer (54 Mio.). Davon wiederum waren die meisten Exemplare CD-Alben (50,7 Mio.). Von ihnen wurden 2018 rund 12 Millionen Einheiten weniger verkauft als im Vorjahr, was einem Rückgang von 19,2 Prozent entspricht. Die Zahl verkaufter Vinyl-LPs befindet sich mit einem Minus von 6,6 Prozent wieder etwa auf dem Niveau von 2016 (3,1 Mio.). In einem ähnlichen Ausmaß sind die Verkäufe von Musikkassetten (MC) prozentual gesunken, zuletzt wurden davon in Deutschland noch etwa 100.000 Stück verkauft. Einzige Gewinner unter den Longplayern sowie im physischen Segment insgesamt sind die Formate DVD-A und SACD mit einem Plus von 0,8 Prozent. Doch ist ihr Anteil am Gesamtabsatz mit ebenfalls rund 100.000 Einheiten überschaubar. 

 

Im Zeitalter digitaler Musikdateien, ob als Download  oder –  wie jetzt überwiegend –  als gestreamte Datei, verlieren physische Singles an Bedeutung (- 38,5%): Im vergangenen Jahr wurden weniger als eine halbe Million Exemplare verkauft. Ähnlich sieht es bei Musikvideos aus (-24,1%). Im Vorjahr gelangten noch 2,7 Millionen DVDs und Blu-rays zu den Fans. Innerhalb der vergangenen zehn Jahre sind die Verkaufszahlen hier um mehr als zwei Drittel zurückgegangen; 2009 waren es noch 8,9 Millionen Stück gewesen.

 

Im Vergleich mit der Welt der physischen Tonträger erreichten Downloads mit 49 Millionen Einheiten (Abb. 8) in etwa die Zahl der verkauften CD-Alben (50,7 Mio.), wobei im Gegensatz zur CD bei den Downloads die Singles mit 41,5 Millionen Stück den Löwenanteil ausmachen. Demgegenüber wurden 7,5 Millionen Alben heruntergeladen. Damit ist der Absatz von Downloads mit Blick auf die vergangenen Jahre weiter gesunken. Der Rückgang entspricht im Vergleich zu 2017 etwa einem Fünftel (-21,4%). Gegenüber dem Jahresbestwert von rund 115 Millionen Einheiten im Jahr 2012 wurden sechs Jahre später also weniger als halb so viele Downloads verkauft.

ABB. 8: Musikabsatz Downloads in der Bundesrepublik Deutschland 2009 – 2018

DER ZUWACHS BEI AUDIO-STREAMS ERREICHT NEUEN JAHRESREKORD

Parallel zum Rückgang bei physischen Tonträgern und Downloads hat sich beim Musikstreaming erneut ein deutlicher Zuwachs ergeben (Abb. 9). Nach rund 56 Milliarden Streams 2017 waren es 2018 bereits fast 80 Milliarden bezahlte oder werbefinanzierte Streams. Damit hat sich die Zahl innerhalb von nur zwei Jahren von 36,4 Milliarden 2016 auf nun 79,5 Milliarden mehr als verdoppelt. Im Vergleich zum Vorjahr 2017 entspricht das einem Plus von rund 23 Milliarden Streams, während im vorangegangenen Jahr bereits ein Anstieg von 20 Milliarden Streams verzeichnet werden konnte. Damit zeigt sich weiter eine starke Dynamik im Bereich des Audio-Streamings. Der Anteil der Deutschen, die über ein Premium-Abonnement streamen, hat sich von 14 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2017 auf 21 Prozent im Jahr 2018 erhöht (vgl. Abb. 19, Kapitel „Musikkäufer“).

ABB. 9: Musikstreaming seit 2013, Premium / werbefinanziert

RUND 175.000 NEUE DIGITALE SINGLES, FAST 2,5 MILLIONEN POP-ALBEN

Musikfans in Deutschland stand 2018 eine Auswahl von mehr als 290.000 physischen Tonträgern zur Verfügung (Abb. 10 und 10 A) - in den vergangenen zehn Jahren wurde das nur 2016 mit rund 295.000 Tonträgern übertroffen.

 

Der überwiegende Teil der physischen Tonträger waren 2018 erneut Alben. Von diesen nahmen die Pop-Alben den größten Teil ein. Pop umfasst hier statistisch alle Genres, die keine klassische Musik sind. Insgesamt waren auf dem deutschen Musikmarkt der PHONONET-Datenbank zufolge rund 207.000 physische Pop-Alben erhältlich sowie etwa 79.000 physische Klassik-Alben.

 

Digital hingegen stehen mit rund 2,4 Millionen Pop-Alben mehr als elfmal so viele unterschiedliche Titel zur Verfügung wie physisch (Abb. 10). Noch deutlicher unterscheidet sich das Verhältnis zwischen physischem und digitalem Format bei Singles: Die Zahl der verschiedenen erhältlichen physischen Pop-Singles sinkt weiter, die Auswahl verkleinerte sich um etwa 400 Titel auf aktuell rund 5.500. Das digital verfügbare Repertoire ist hier hingegen um mehr als das 270-Fache größer und umfasst rund 1,5 Millionen Titel.

 

Die Zahl der Neuerscheinungen bei den digitalen Pop-Singles wuchs seit 2017 innerhalb eines Jahres auf rund 176.000, was eine Zunahme von über 50.000 Titeln bedeutet. Nach einem 10-Jahres-Hoch 2013 mit rund 225.000 neuen digitalen Pop-Singles unterschritten die Neuveröffentlichungen vor zwei Jahren erstmals die 100.000er-Marke, haben angesichts des aktuellen Stands seitdem allerdings wieder deutlich zugenommen.

 

Dafür sind im vergangenen Jahr aber weniger physische Alben im Bereich Pop neu veröffentlicht worden, ihre Zahl sank um etwa 1.000 auf rund 15.000 (Abb. 10A). Im Klassik-Segment ist die Zahl der Neuveröffentlichungen wiederum weitgehend gleich geblieben. Trotz leicht veränderter Einzelstatistiken kommen nach wie vor auf ein physisch neu erscheinendes Klassik-Album etwa vier aus dem Pop-Genre (Abb. 10 A).

 

Mit mehr als 285.000 auf CD & Co. gepressten Pop- und Klassik-Alben, mehr als 2,5 Millionen digitalen Alben (Abb. 10) sowie mehr als 1,5 Millionen Pop-Singles stellen Musikfirmen ein Sortiment mit einer enormen Vielfalt bereit.

Abb. 10: Gesamtangebot und Neuerscheinungen von Pop- und Klassiktonträgern 2009 / 2018