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Absatz

Die CD bleibt mit Abstand das beliebteste Musikprodukt der Deutschen und auch beim Download greifen Konsumenten immer häufiger zum Album. Die Zahl der Musikdownloads hat sich in fünf Jahren versechsfacht. Das digitale Musikangebot wächst kontinuierlich und wird immer nutzerfreundlicher.

CD-Verkäufe seit fünf Jahren stabil – Alben auch beim Download gefragt

Abb 5: Musikabsatz in Deutschland hochgerechnet auf den Gesamtmarkt Handel, Club und Premiums 1999 –2008

Auch wenn immer mehr Musik digital verkauft wird, bleibt die CD mit großem Abstand das beliebteste Musikprodukt der Konsumenten. Mit rund 145,1 Millionen verkauften Alben lag ihr Absatz 2008 gerade mal 3,5 Millionen Stück oder 2,4 Prozent unter dem Vorjahr. Seit 2003 (146,8 Mio.) sind die Verkäufe von CD-Alben damit in den vergangenen fünf Jahren nahezu konstant geblieben.

Der deutsche Markt nimmt hier weltweit eine Sonderstellung ein. Während in anderen Ländern die CD-Verkäufe drastische Einbrüche verzeichnen, geht der Transformationsprozess von physisch zu digital hierzulande erheblich langsamer voran. Dazu trägt sicherlich auch bei, dass die Industrie die Attraktivität der CD mit aufwendigen Editionen, gut gemachten Booklets und attraktiven Zusatzinhalten – wie beispielsweise Videos – weiter erhöht hat (Abb. 5).  

Download-Alben plus 50 Prozent

Erfreulich ist, dass das Album auch im Digitalmarkt immer mehr Anhänger findet. So stiegen die Verkäufe sogenannter Bundles von 2,6 Millionen Stück in 2007 auf 3,9 Millionen Stück in 2008 um 50 Prozent. Diese Entwicklung widerspricht der häufig geäußerten Vermutung, dass der Konsument im Digitalmarkt ausschließlich „Cherrypicking“ betreibt und das Album als musikalisches Gesamtkonzept keine Zukunft hat. Allerdings wird sich erst in den kommenden Jahren zeigen, ob aus dieser Entwicklung ein langfristiger Trend abgeleitet werden kann.

Zehn Millionen Titel online verfügbar

Auf Platz 2 der beliebtesten Musikformate folgt der Single-Download mit 44,6 Millionen verkauften Einheiten in 2008. Damit hat sich die Zahl der Musikdownloads in den vergangenen fünf Jahren nahezu versechsfacht. Der Konsument kann inzwischen aus einem riesigen digitalen Angebot von rund zehn Millionen Titeln auswählen, das kontinuierlich weiter ausgebaut wird. Größter Hemmschuh für eine weitere Entwicklung des Download-Marktes ist und bleibt die illegale Konkurrenz (vgl. Kapitel Musikkopien). So kommen laut einer Studie der GfK (Gesellschaft für Konsumforschung) auf einen legalen immer noch rund acht illegale Downloads.

Digitalangebot künftig ohne DRM

Kritiker verweisen immer wieder darauf, dass vor allem Maßnahmen zum Kopierschutz viele Kunden von einer Nutzung der legalen digitalen Angebote abhalten würden. Wurde im vergangenen Jahr die Mehrzahl der Downloads noch mit DRM (Digital Rights Management) verkauft, werden die digitalen Musikangebote 2009 noch nutzerfreundlicher. Anfang 2009 hat der weltweit größte Online-Musikshop iTunes angekündigt, sein Musikangebot künftig weitgehend DRM-frei zu verkaufen. In Deutschland dürfte Mitbewerber Musicload spätestens Mitte des Jahres nachziehen und es ist damit zu rechnen, dass mit Amazon 2009 ein weiterer starker Anbieter in den deutschen Markt einsteigt. Es wird spannend sein zu beobachten, ob der Wegfall von DRM sich als zusätzlicher Turbo für den wachsenden Online-Markt erweist.

Klingeltöne nicht mehr im Trend

Der Download verdrängt die physische Single kontinuierlich aus dem Markt. Gingen 2007 noch 10,7 Millionen Singles über den Ladentisch, waren es 2008 nur noch 7,6 Millionen. Auch die noch vor wenigen Jahren vor allem bei Jugendlichen beliebten Klingeltöne haben deutlich an Attraktivität verloren. Mit 4,1 Millionen Klingeltönen wurde 2008 weniger als die Hälfte der Klingeltöne aus dem Vorjahr (8,3 Mio.) verkauft (Abb. 6).

Abb 6: Absatz von Singles Handel, Clubs und Premiums 1999–2008

Die LP - das Comeback 2008

Die Auszeichnung „Comeback des Jahres 2008“ kann erneut die LP für sich verbuchen. Nach 700.000 verkauften LPs in 2007 stieg ihr Absatz 2008 auf 900.000 Exemplare. Wobei die tatsächliche Zahl der schwarzen Scheiben noch deutlich höher liegen dürfte, da viele LPs in Spezialgeschäften verkauft werden, deren Verkäufe in der Statistik nicht erfasst sind. Dagegen verschwindet ein anderes analoges Format langsam, aber sicher vom Markt: Die Zahl der Musikkassetten ging von 4,6 auf 3,2 Millionen Stück weiter zurück. Ein Minus verbuchen auch die Musikvideos. Mit 11,7 Millionen Stück wurden 2008 fast zwei Millionen weniger als im Vorjahr verkauft. Dagegen stieg die Zahl der mehrkanalfähigen Audio-Formate DVD-Audio und SACD von 200.000 Stück in 2007 auf 400.000 Stück in 2008.