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1877 Thomas Alva Edison konstruiert seinen Phonographen, der über eine Walze und eine daneben angebrachte Schalldose erstmals Töne mechanisch transportiert.

1887/88 Der Deutschamerikaner Emil Berliner beantragt ein US-Patent für seine Methode der Aufzeichnung und Wiedergabe von Schallschwingungen mit einer kreisenden Platte. Das Grammophon ist geboren.

1887 Die Schellackplatte wird von Emil Berliner zur Serienreife gebracht.

1900 Der Italiener Guglielmo Marconi erhält ein Patent für sein System der drahtlosen Telegraphie. Zeitgleich führt der Däne Valdemar Poulsen ein elektromagnetisches Verfahren vor, mit dem er Töne auf einem Stahldraht fixieren kann.

1904 Der Engländer John A. Fleming konstruiert die Diodenröhre, die den Weg zur elektrischen Schallaufnahme freimacht. Die Schallplattenfirma Odeon (Berlin) bringt die ersten zweiseitig bespielten Platten heraus.

1918 Das Trichtergrammophon beginnt seinen Siegeszug.

1922/23 Radiostationen in Amerika und Europa nehmen den Betrieb auf. Aus dem Berliner Voxhaus wird 1923 das erste deutsche Radioprogramm übertragen.

1925 Fortschritte in der Mikrophon- und Radioröhrentechnik ermöglichen die Einführung des eletrischen Aufnahme- und Wiedergabesystems in der Phonographie.

1931 Der Engländer Alan D. Blumlein entwickelt eine Methode, Schallschwingungen über zwei getrennte Kanäle (Stereo) in einer einzigen Schallplattenrille zu speichern.

1934/35 Während der Berliner Funkausstellung 1935 präsentiert BASF das erste Magnettonband, das über ein Magnetophon-Gerät der AEG abgespielt werden kann. Der Begriff High Fidelity wird geprägt, zunächst für Platten mit einem Frequenzbereich von 30–8000 Hertz.

1948/49 Dr. Peter Goldmark entwickelt bei CBS in Amerika die erste marktgerechte Langspielplatte aus einer rauscharmen Kunststoffmasse. Die neue Microgroove-LP rotiert mit einer Geschwindigkeit von 33 1/3 Umdrehungen pro Minute gegenüber 78 U/min bei der Schellackplatte. Im Gegenzug bringt RCA-Victor die Single mit einer Abspielgeschwindigkeit von 45 U/min heraus. Beide Systeme setzen sich weltweit durch.

1951/53 Die Langspielplatte (1951) und die Single (1953) werden im deutschen Markt eingeführt.

1958 Das 1931 von Blumlein entwickelte Stereo-Verfahren setzt sich durch.

1963 Philips Electrical führt die MusiCassette ein.

1965
Ray Dolby realisiert ein System zur Rauschunterdrückung bei Tonbändern und Cassetten (Dolby).

1970 Der Videorecorder wird im europäischen Markt vorgestellt.

1975
Das erste mechanische Bildplattensystem, die TED-Bildplatte, kommt auf den Markt, ohne sich langfristig behaupten zu können. Sony bringt den Walkman weltweit auf den Markt.

1981/82 Philips/MCA führen weltweit das analoge Laservision-System ein, bei dem ein Laserstrahl die Bildplatte abtastet. RCA und JVC entwickeln eigene Bildplattensysteme (CED und VHD), die sich jedoch nicht durchsetzen können.

1982/83 Die Digitaltechnik leitet eine Revolution bei Aufzeichnung und Wiedergabe von Musik ein. Die von Philips und Sony entwickelte digitale Compact Disc (CD) kommt auf Markt.

1985 Japanische Firmen entwickeln DAT, das erste digitale Audioband. Obwohl es im professionellen Bereich Verwendung findet, setzt es sich im breiten Konsumentenmarkt nur bedingt durch.

1988 Aus der Laservision-Platte wird die Laser Disc; nun mit digitalem Ton ausgestattet.

1990/92
Philips stellt als digitalen Nachfolger der MusiCassette (MC) die Digital Compact Cassette (DCC) vor. Parallel dazu konstruiert Sony die laserabgetastete, bespielbare MiniDisc (MD).

1993/94 Die Musikwirtschaft erschließt sich die CD-ROM (Read only Memory)
für multimediale Anwendungen.

1995 Mit der CD Extra kommt ein Trägerformat als einheitlicher Standard auf den Markt, das interaktive multimediale Elemente mit linearer Musikdarbietung verbindet.

1996 Führende Hardwarehersteller einigen sich auf das Format für einen neuen audiovisuellen Träger: Die DVD (Digital Versatile Disc) speichert beidseitig Musik und Film. Die maximale Kapazität der DVD ist mit 17 Gigabyte 26 Mal größer als die der Audio-CD.

1997 Erste Versuche mit Netzbetreibern ermöglichen Musik auf Abruf
(Music-on-Demand) über Datennetze.

1998 Mit Music-on-Demand entwickeln die deutschen Musikfirmen in Zusammenarbeit mit der Deutschen Telekom eines der ersten digitalen Musikangebote weltweit. Nach einem Testlauf in Berlin scheitert eine erfolgreiche bundesweite Einführung an technischen Problemen. Das Projekt
wird eingestellt. Führende Hardwarehersteller entwickeln den MP3man und den CD-Doppelrecorder. PC-gestützte CDBrenner setzen sich auch in Privathaushalten durch und ermöglichen erstmals verlustfreie Musikkopien.

1999 Das Fraunhofer-Institut entwickelt das MP3-Format. Mit dem Komprimierungsverfahren können CD-Musikdateien fast verlustfrei auf den Bruchteil ihrer ursprünglichen Größe reduziert werden. Mit Napster geht die erste Musiktauschbörse ans Netz. Ohne Einwilligung der Rechteinhaber werden erstmals Musikdateien illegal zur Verfügung gestellt. Neben der wachsenden Verbreitung von MP3-Musikdateien im Internet und MP3-Playern als Abspielgerät erobern neue Datenträger den Markt, Rom-Card und Flash-Card.

2000 Die DVD-Audio und die SACD (Super Audio Compact Disc) werden eingeführt. Sie ermöglichen besonders hochwertige Musikwiedergabe in Mehrkanaltechnik mit Frequenzbereichen bis 100.000 Hertz. Mehrere Milliarden illegale Musikangebote werden im Internet auch über Filesharing-Systeme nach dem Vorbild von Napster ohne Zustimmung der Rechteinhaber kostenlos heruntergeladen.

2001 Erstmals übersteigt die Zahl der gebrannten Musikkopien die Zahl verkaufter CD-Alben. Eine Reihe von Tonträgerunternehmen führt Kopierschutzsysteme ein. DVD-Brenner kommen in verschiedenen, untereinander unkompatiblen Formaten auf den Markt. HiFi-Festplattenrekorder
mit einer Speicherkapazität für mehrere Hundert CDs werden vorgestellt.

2002 Der erste Receiver mit Internetanschluss und integrierter Festplatte wird vorgestellt.

2003 Apples iTunes und weitere legale Musikangebote wie Musicload starten im Internet. Nach über 600 Millionen illegalen Downloads entscheidet sich die Musikindustrie, rechtlich gegen illegale Uploader vorzugehen.

2004 Handys mit Abspielfunktionen für Real- und Mastertones (echte Musikaufnahmen) bieten neue Einsatzmöglichkeiten für Musik. In Deutschland werden erste Anzeigen gegen illegale Anbieter von Musik in „Tauschbörsen“
gestellt.

2005 Mobile und Internet-Downloads etablieren sich. Napster, die damals bekannteste Musiktauschbörse der Welt, wird legal. Die tägliche Musiknutzung von Tonträgern wie CDs oder MP3s steigt von 14 auf 45 Minuten.

2006 Zunehmende Verbreitung von intelligenter Aufnahmesoftware, mit der sich durch das Mitschneiden von Internetradios vollautomatisch Musiksammlungen erstellen lassen.

2009 Online sind mehr als zehn Millionen Titel für Musikliebhaber verfügbar.
Apple verzichtet auf Kopierschutz im iTunes-Shop. Die weltweit bekannteste und größte Peer-to-Peer-Plattform The Pirate Bay muss nach einer Klage ihren Betrieb einstellen. Nokia startet Comes With Music in Deutschland. Beim Erwerb eines Comes-With-Music-Mobiltelefons erhält der Käufer Zugriff auf über fünf Millionen Musiktitel.

2010 Mit simfy in Deutschland und Spotify in anderen Ländern der Welt starten erstmals lizenzierte Streamingdienste, die den Usern parallel eine kostenfreie werbefinanzierte Musikversorgung und ein werbefreies Premium-Angebot bieten.

2011 Der digitale Musikvertrieb nimmt weltweit an Fahrt auf. Mehr als 20 Millionen Songs sind legal im Internet verfügbar. Die Zahl lizenzierter Online-Musikdienste steigt bis zum Ende des Jahres auf mehr als 500 in 58 Ländern, darunter rund 70 Services in Deutschland.

2012 Musik-Streamingdienste etablieren sich auf dem deutschen Markt. Innerhalb eines Jahres stieg die Zahl der legalen Audio-Streaming-Dienste hierzulande auf 19 Anbieter.

2013 Nach 15 verlustreichen Jahren erholt sich der deutsche Musikmarkt und erzielt erstmals wieder ein leichtes Umsatzplus.

Quelle: Musikindustrie in Zahlen 2013

Sigrid Herrenbrück
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit 

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