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„Investing in Music“ 2014: Musikfirmen investieren ein Viertel der Einnahmen in neue Talente

Die Musikfirmen bleiben die wichtigsten Investoren beim Aufbau langfristiger Musikerkarrieren: Allein 2013 flossen weltweit 4,3 Milliarden US$ und damit insgesamt 27 Prozent (2011: 26 Prozent), also mehr als ein Viertel aller Einnahmen aus verkauften Musikaufnahmen, zurück in die Entwicklung und die Vermarktung neuer Talente. Damit bleiben Musikfirmen auch im Zeitalter von Social Media als Partner der Künstler gefragt. Nach einer aktuellen Umfrage streben 70 Prozent der Bands und Künstler ohne Vertrag die Zusammenarbeit mit einem Label an. Diese Zahlen stammen aus dem neuen globalen Report „Investing in Music“, den der internationale Dachverband der Tonträgerhersteller, die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), in Straßburg im Rahmen einer Veranstaltung für Mitglieder des Europäischen Parlaments vorstellte.

Besonderes Augenmerk liegt vor allem auf Suche und Aufbau neuer Künstler. So reinvestierte die Branche im vergangenen Jahr weltweit 2,5 Milliarden US$ allein in das A&R (Artist & Repertoire), das sind 15,6 Prozent der globalen Umsätze aus Musikverkäufen. In keinem anderen Wirtschaftszweig wird anteilig so viel für F&E (Forschung- und Entwicklung) ausgegeben (Pharmaindustrie- und Biotechnologiebranche: 14,4 Prozent, Software- und Computer-Industrie 9,9 Prozent). Erfolgreich investiert wird inzwischen vor allem in nationale Künstler. Das zahlt sich aus: 2013 kamen hierzulande sieben der zehn meistverkauften Alben von deutschen Acts.

Prof. Dieter Gorny, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbandes Musikindustrie: „Es heißt immer wieder, Musikfirmen verlören an Bedeutung, weil im Zeitalter von Social Media Künstler ihre Produktionen am liebsten durch Crowdfunding zunehmend sowohl selbst finanzieren als auch selbst vermarkten wollten. Die aktuellen Zahlen besagen das Gegenteil: Die meisten Musiker wünschen sich die finanzielle Unterstützung und die professionelle Expertise der Musikfirmen, weil erst diese Zusammenarbeit ihnen ermöglicht, sich auf den kreativen Prozess zu konzentrieren, anstatt im Nebenberuf noch als Manager in eigener Sache aufzutreten. Ich würde mir wünschen, dass diese ökonomischen Realitäten der Kreativbranchen in den Debatten um Kultur und kulturelle Wertschöpfung im digitalen Zeitalter stärker reflektiert würden.“

Der internationale Report „Investing in Music“ ist eine Publikation des Dachverbands der Tonträgerhersteller IFPI (International Federation of the Phonographic Industry) in Zusammenarbeit mit dem internationalen Netzwerk der unabhängigen Musikfirmen WIN (Worldwide Independent Network). Für den Report wurden von der IFPI zahlreiche Fakten zu den Investitionen von Musikfirmen zusammengetragen, darunter die A&R-Ausgaben (z.B. Vorschusszahlungen, Aufnahme- und Videokosten, Aufwendungen für den Tour Support) sowie Marketingausgaben (inklusive TV-Werbung, Kooperationen, Online-Marketing oder Promotion).

Neben weiterem Zahlenmaterial liefert der Report eine Reihe von Fallstudien zur Partnerschaft von Musikfirmen und Künstlern, darunter Ed Sheeran, 5 Seconds of Summer, Lorde, MKTO, Negramaro, Nico & Vinz, Pharrell Williams und Wie Li-An. Den gesamten Report finden Sie hier zum Download. Die Pressemitteilung der IFPI (Englisch) mit weiteren Ergebnissen des Reports finden Sie hier.

Archiv: "Investing in Music" 2012

Der internationale Dachverband der Tonträgerhersteller, die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), veröffentlicht im 2-Jahres-Takt den globalen Report "Investing in Music". Am 12. November wurde der Report für 2012 in London vorgestellt:

Musikfirmen haben 2012 trotz der schwieriger ökonomischer Rahmenbedingungen und vor dem Hintergrund tiefgreifender Veränderungen im Musikgeschäft weltweit rund 4,5 Milliarden US$ in die Suche, den Aufbau und die Vermarktung von Künstlern investiert. Allein für das A&R (Artist & Repertoire), also die Suche und den Aufbau neuer Talente, wurden 2,7 Milliarden US$ ausgegeben. Damit lagen Investitionen 2012 auf dem Niveau der vorherigen Jahre.

In Deutschland wurden im September 2012 mit Unterstützung durch das Popbüro Region Stuttgart, die VW Sound Foundation, die Popakademie Baden-Württemberg, Local Heroes und SoundGroundBerlin mehr als 300 Musiker, die keinen Vertrag mit einer Musikfirma haben, nach einer möglichen Zusammenarbeit mit einem Label gefragt. Dabei zeigte sich, dass insgesamt 80 Prozent der Befragten, die berufliche Ambitionen mit der Musik verfolgen und noch keinen Vertrag mit einer Musikfirma haben, sich einen solchen Plattenvertrag wünschen.

Diese und weitere Ergebnisse finden Sie im Report (15,5 MB)

Die Pressemitteilung der IFPI (Englisch) mit weiteren Ergebnissen des Reports finden Sie hier.

Stimmen aus der Branche: Zitate aus dem BVMI-Vorstand

Originalinterviews: Ute Fesquet (Deutsche Grammophon) und Andreas Weitkämper (Warner Music)


Archiv: "Investing in Music" 2010