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AbsatzDie Absatzstatistik wurde 2010 auf die Darstellung von Packungseinheiten statt Stückzahlen umgestellt. Digitale Bundles legen weiter deutlich zu: Innerhalb von zwei Jahren hat sich die Anzahl verdoppelt. Die CD-Nachfrage bleibt hoch, physische Singleverkäufe stagnieren auf Vorjahresniveau. CD bleibt an der SpitzeAuch nach der Einführung einer neuen Absatzdarstellung in 2010, bei der ein Doppel- oder Dreifachalbum als eine Packungseinheit zählt, bleibt die CD trotz leichter Einbußen mit rund 99 Millionen verkauften Einheiten das mit Abstand wichtigste physische Format am deutschen Musikmarkt: 85 Prozent aller physischen Verkäufe gehen auf das Konto der CD (Abb. 11). Geringerer Rückgang beim Absatz als beim UmsatzBei Betrachtung der Absatzzahlen fällt auf, dass das CD-Album mit einem Minus von 4,5 Prozent einen geringeren Rückgang verzeichnet als beim Umsatz (-8,5 %). Ein Grund für diese Differenz ist vor allem im Preisverfall im Katalogbereich zu finden. Die Preise für neu veröffentlichte Alben hingegen, die von einem hohen Anteil an aufwendigen, kostenintensiveren Fan-Editionen geprägt sind, erweisen sich im Durchschnitt als relativ stabil. Das Verhältnis von verkauften Downloadalben zu physischen Alben ist immer noch 1 : 9. Physische Single: Konstanz auf niedrigem NiveauDer Zeitstrahl zeigt: Die Absatzzahlen der physischen Singles sind seit 2001 drastisch geschrumpft und erreichen mit 4,7 Mio. verkauften Einheiten nur noch ein Zehntel des ursprünglichen Niveaus, bleiben aber damit in Deutschland – anders als bei den Absatzzahlen von physischen Singles in anderen Ländern – erstmalig auf diesem niedrigen Level konstant. Weit mehr als nur Retro: Vinyl bleibt gefragtDer Aufwärtstrend der Vinyl-Schallplatte hielt auch 2010 weiter an. Schallplatten erfreuen sich – wenn auch auf sehr niedrigem Niveau – mit einem Plus von 20 Prozent wachsender Beliebtheit in der als etabliert zu bezeichnenden Nische, bleiben aber bei den Absatzzahlen trotzdem noch klar hinter der stark rückläufigen MC. Physisch vs. DigitalInsgesamt ist der Absatz physischer und digitaler Musikprodukte um 5,6 Prozent auf rund 193 Mio. verkaufte Einheiten gestiegen und offenbart damit den Kontrast zu den sinkenden Umsatzzahlen. Ein Grund für diese Entwicklung ist der steigende Anteil kostengünstiger Trackdownloads. Nationale Interpreten mit geringerem MinusDie Absatzentwicklung in den Teilmärkten spiegelt im Wesentlichen die Entwicklungen auf der Umsatzebene wider, wobei der Umsatzrückgang aufgrund zunehmend geringerer Endverbraucherpreise gravierender als der Absatzrückgang ausfällt (Abb. 12). Im Bereich der physischen Alben musste die Sparte Pop International die größten Einschnitte verkraften (-9,6 %). Während 2009 noch 41 Mio. Einheiten verkauft wurden, waren es 2010 rund 4 Mio. weniger. Bei den nationalen Pop-Produktionen gingen zwar ebenfalls weniger Einheiten über den Ladentisch, allerdings sorgten überdurchschnittlich erfolgreiche deutsche Künstler dafür, dass der Rückgang der Absatzzahlen moderater ausfiel. 2009 wurden 30,8 Mio. Einheiten verkauft, 2010 waren es 29,7 Mio. Der Absatzrückgang beläuft sich damit im Bereich Pop National auf ein verhältnismäßig geringes Minus von 3,5 Prozent. Mehr Musik verfügbarSowohl im Bereich der Klassik-Audio-Alben als auch im Bereich Pop-Audio-Alben ist das Gesamtangebot in Deutschland verfügbarer Musik im Jahr 2010 gestiegen, und zwar um 4,3 bzw. um 9,3 Prozent. Konsumenten konnten damit Ende 2010 auf mehr als 252.000 verschiedene physische Produkte zurückgreifen – das entspricht einem Angebotszuwachs von 6,3 Prozent. |
![]() Britta Lüerßen ![]() Zum Artikel |