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Internationales

Deutschland baut seinen Umsatzanteil am Globalen Musikmarkt aus und ist drittgrößter Musikmarkt weltweit. Schweden verzeichnet Umsatzplus entgegen dem Trend. In vielen europäischen Ländern brechen die Umsätze ein. Märkte mit hohem physischen Anteil haben geringere Umsatzrückgänge.

Deutschland drittgrößter Musikmarkt weltweit

Deutschland musste im vergangenen Jahr im Gegensatz zu den USA, Japan und Großbritannien ein relativ geringes Minus bei den Umsätzen verbuchen und konnte dadurch seinen Umsatzanteil am weltweiten Musikmarkt weiter ausbauen. Deutschland überholt so im internationalen Ranking Großbritannien und sichert sich den Platz als drittgrößter Musikmarkt weltweit. Auf europäischem Level belegt Deutschland damit den ersten Platz.

Abb 28: Umsatzanteile der fünf größten Musikmärkte¹ 2001–2010
Abb 29: Umsätze aus dem europäischen Musikverkauf¹ 2009 – 2010

Frankreich setzt auf Kooperation

Die USA erwirtschaften, trotz deutlicher Verluste im Umsatz (-10 %), noch immer einen Anteil von 30,2 Prozent und sind damit weiterhin mit großem Abstand Weltmarktführer. Platz zwei belegt Japan mit einem Umsatzanteil von 22 Prozent. In Großbritannien sinken die Branchenumsätze nach einem starken Vorjahr um elf Prozent: UK landet damit auf dem vierten Platz der Weltrangliste. Grund hierfür ist – wie übrigens auch in den USA – vor allem der Einbruch beim Verkauf von physischem Produkt (-20 %). In Frankreich führte die Kooperation von Orange und Deezer zu einer Steigerung der Umsätze aus Streamingservices von rund 60 Prozent. Darüber hinaus waren im Zuge wesentlicher Gesetzesänderungen zur Eindämmung der Internetpiraterie in Frankreich deutliche Rückgänge in der Nutzung von Filesharingsystemen zu verzeichnen. Insgesamt konnte Frankreich seinen Marktanteil weiter ausbauen, bleibt aber auf dem fünften Platz.

Talfahrt in vielen europäischen Ländern

Bei Betrachtung der Umsätze aus dem europäischen Musikverkauf fällt die deutliche Talfahrt in Spanien, Griechenland, Portugal, Tschechien und Ungarn auf, die alle mehr als 20 Prozent ihres Umsatzes verloren.

Gegen den Trend: Geringe Verluste in Schweden

Seit der Einführung schärferer Gesetze zur Bekämpfung illegaler Musikverbreitung im April 2009 hat sich der schwedische Musikmarkt von 2008 auf 2009 gegen den weltweiten Trend positiv entwickelt. Zusätzliche positive Impulse werden auf die Etablierung von Spotify zurückgeführt. Nach einer schwedischen Studie gelang es Spotify unter anderem, viele Nichtzahler wieder zu Musikkunden zu machen. Auch von 2009 auf 2010 konnte Schweden noch mit verhältnismäßig geringen Verlusten (-4,6 %) punkten.

Digitalumsatz steigt um 5,3 Prozent

Auf Basis der Umsätze zu Endverbraucherpreisen aus dem Musikverkauf ging der weltweite Musikmarkt von 2009 auf 2010 um weitere sechs Prozent zurück und fällt damit unter die 25-Mrd.-Marke (Abb. 30). Laut dem von der IFPI herausgegebenen Kompendium RIN (Recording Industry in Numbers) liegt der weltweite Marktrückgang der Branchenumsätze zu Handelsabgabepreisen inklusive der Leistungsschutzrechte sogar bei einem Minus von 8,3 Prozent. Dabei beträgt das Wachstum auf dem digitalen Markt 5,3 Prozent, parallel dazu gehen die Umsätze aus dem physischen Geschäft um 14,2 Prozent zurück. Abweichungen zwischen den genannten prozentualen Veränderungsraten resultieren aus unterschiedlichen Betrachtungsweisen der Märkte zu Handelsabgabe- oder Endverbraucherpreisen (BVMI) sowie aus der Umrechnung nach den jeweiligen Dollarkursen.

Abb. 30: Weltweiter Umsatz aus dem Musikverkauf¹ 2001 – 2010

Alben rückläufig – Songabsatz steigt

Da für 2010 keine internationalen Absatzzahlen vorliegen, endet der Zeitstrahl in Abb. 31 in 2009. Von 2008 auf 2009 ging der weltweite Absatz von Alben um 16 Prozent zurück, wohingegen die Singles, inklusive der Downloadtracks, eine Absatzsteigerung um 13 Prozent erreichten (Abb. 31). Insgesamt ist beim Absatz 2009 ein leichtes Minus von zwei Prozent zu verzeichnen, während es in den Vorjahren durch die Zunahme der verkauften Einzeltracks noch immer leicht bergan gegangen war.

Abb. 31: Weltweiter Absatz von Alben und Singles 2000 – 2009
Abb. 32: Digitalanteil am Gesamtumsatz in den Top 5 Märkten¹ 2004 – 2010

Märkte mit hohem physischen Anteil mit geringeren Umsatzrückgängen

Interessanterweise haben die Länder mit den niedrigsten Digitalanteilen, Deutschland und Frankreich, die geringsten Gesamtmarktrückgänge von 2009 auf 2010 zu verkraften (Abb. 32). Den höchsten Digitalanteil am Gesamtumsatz mit mittlerweile fast 50 Prozent haben auch 2010 die USA. Hier sind es aber vor allem die stark rückläufigen Umsätze aus dem physischen Geschäft, die das Verhältnis von digital zu physisch in der Darstellung weiter steigen lassen. Der nur um 1,2 Prozent wachsende Digitalmarkt in den USA kann diesbezüglich keine größeren Impulse setzen.

Japans Musikmarkt weniger stabil

Der japanische Musikmarkt war bis Anfang 2009 noch durch eine relative Stabilität gekennzeichnet. Seit zwei Jahren allerdings muss der Weltranglistenzweite bei nur noch leicht zunehmenden Digitalabsätzen deutliche Verluste im Gesamtumsatz hinnehmen. Ähnlich wie in Großbritannien liegt der japanische Digitalanteil an den Gesamtumsätzen bei rund 25 Prozent.

Deutschland verzeichnet niedrigste Gesamtmarktverluste

Bei der Betrachtung der globalen Gesamtmarktentwicklung fällt auf, dass Deutschland seit 2004, das heißt seit der Etablierung von Downloadshops, das Land mit den niedrigsten Gesamtmarktverlusten ist.

Britta Lüerßen
Leiterin Marktforschung & Entwicklung

Telefon:
030 59 00 38-21

lueerssen(at)musikindustrie.de