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Musiknutzung

Kaum eine Person unter 30 interessiert sich nicht für Musik. MP3-Player sind bald in der Hälfte aller Haushalte vorhanden, werden aber noch immer am häufigsten von Jugendlichen benutzt. Trotz der Omnipräsenz des Radios beeinflussen Konsumenten immer mehr selbst, was konkret gehört wird. Männer zwischen 30 und 39 Jahren legen dabei besonderen Wert auf eine höhere Klangqualität.

Omnipräsent: Radios in fast jedem Haushalt

Das Radio ist mit einer Reichweite von 97 Prozent fester Bestandteil nahezu jedes deutschen Haushalts und das am weitesten verbreitete Gerät zum Musikhören (Abb. 14). An zweiter Stelle rangieren mit einer Verbreitung von 75,5 Prozent CD-Player, die übrigens in nahezu allen Altersgruppen ähnlich weit verbreitet sind. Lediglich in der Gruppe 50+, nicht wie oft vermutet bei den Jungen, fällt der Ausstattungsgrad mit CD-Playern etwas ab.

Platz drei bei der Haushaltsausstattung mit Geräten zur Musiknutzung belegen die MP3-Player, die mittlerweile von 41,1 Prozent der Haushalte genutzt werden können. Vor allem bei den unter 20-Jährigen gehören die portablen Geräte inzwischen zur Standardausstattung: 73 Prozent dieser Altersgruppe haben Zugriff auf einen MP3-Player. Bei allen Personen unter 49 Jahren bleibt der Ausstattungsgrad über dem Mittel von 41 Prozent. Für ein Sinken des Durchschnittswertes sorgt die große Gruppe der Konsumenten über 50 Jahre, bei denen bisher nur 17 Prozent über einen MP3-Player verfügen

In dieser Abbildung nicht erwähnt, aber auch von wesentlicher Bedeutung für die Musiknutzung, ist die zunehmende Ausstattung von Haushalten mit Breitbandanschlüssen zum schnellen Surfen. Die eingangs erwähnten Zahlen zur Musikwirtschaft und Musiknutzung zeigen, dass mittlerweile 50 Prozent der deutschen Haushalte Computer mit einem Breitband-Internetzugang besitzen, während es 2004 erst 13 Prozent waren.

Abb 14: Haushaltsausstattung mit Geräten zur Musiknutzung

Surroundanlagen bei 30- bis 39-Jährigen beliebt

Surroundanlagen sind nur in 18,3 Prozent der deutschen Haushalte zu finden. Eine Ausnahme bildet hier die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen, in der bereits rund 30 Prozent der Konsumenten über 5.1-Lautsprecher-Systeme verfügen. Genutzt wird diese Anlage bislang allerdings überwiegend, um zu Hause eine Kinoatmosphäre zu schaffen und Filme mit Surroundsound genießen zu können.

Abb 15: Gerätenutzung und Bewertung

Quality matters: Männer legen am meisten Wert auf Klangqualität

Die überdurchschnittlich häufige Nutzung von MP3- Playern bei Jugendlichen und von Surroundanlagen bei den 30- bis 39-Jährigen deutet auf unterschiedliche Nutzerverhalten hin: Während bei den Jugendlichen der vom physischen Besitz losgelöste Genuss von Musik auf dem MP3-Player immer wichtiger wird, sind es vor allem Männer in mittleren Jahren, die bei der Wiedergabe von Musik Wert auf eine möglichst hohe Klangqualität legen. 27 Prozent der 30- bis 39-Jährigen nutzen zu Hause 5.1-Lautsprecher-Systeme (Abb. 15).

60 Prozent der Personen, die ein solches Lautsprecher- System besitzen, haben zudem ein großes oder sehr großes Interesse an hochauflösender, speziell für die Wiedergabe auf solchen Anlagen produzierter Musik – unabhängig von den Altersgruppen.

Abb 16: Stellenwert des Musikkonsums in Deutschland

Musik ist ständiger Begleiter in fast allen Altersgruppen

Musik ist fester Bestandteil im Leben der meisten Deutschen (Abb. 16). 85 Prozent geben auf Nachfrage an, dass sie gerne oder sogar besonders gerne Musik hören. Bei den 14- bis 19-Jährigen steigt dieser Wert sogar auf 97 Prozent, und auch bei den 20- bis 29-Jährigen sind 94 Prozent erklärte Musikfans. Es gibt damit in Deutschland kaum Personen unter 30, die sich nicht für Musik interessieren.

Dies bestätigt für die Gruppe der Jugendlichen auch die Studie JIM 2010, in der bei der Frage nach der subjektiven Wichtigkeit der verschiedenen Medien bei den befragten Jugendlichen das Musikhören auf dem ersten Platz landete, noch vor Internet, Handy, Games und TV, und damit zum beliebtesten Medieninhalt erklärt wurde. Selbst für 73 Prozent der über 70-Jährigen hat das Musikhören noch immer einen hohen Stellenwert. Musik ist damit ein ständiger Begleiter in allen Altersgruppen.

Nicht immer nur ein vorgefertigtes Programm

Trotz der flächendeckenden Ausstattung mit Radios wird bei den Konsumenten der Wunsch immer stärker, den täglichen Musikkonsum selbst zu bestimmen. Laut der Media Analyse, der halbjährlich publizierten Leitstudie zum Radiomarkt, hat die Zeit, in der Personen auf Tonträgern oder MP3-Playern selbst ausgewählte Musik hören, in den letzten sieben Jahren um 46 Prozent zugenommen und liegt damit statt der 24 Minuten pro Tag im Jahr 2003 inzwischen bei 33 Minuten pro Tag. Die nur im 5-Jahres-Rhythmus durchgeführte Langzeitstudie Massenkommunikation von ARD und ZDF kommt seit 1995 mit einem Anstieg von 14 auf 35 Minuten sogar auf eine Veränderungsrate von über 150 Prozent.

Georg Sobbe

Leiter Marktforschung & Entwicklung

 

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030 59 0038-21

sobbe(at)musikindustrie.de