|
InternationalesWeil auf dem US-Markt eine Stabilisierung nicht in Sicht ist, rückt Japan immer näher an den Weltmarktführer heran. Deutschland und UK liefern sich ein Kopf-an-Kopf-rennen. Während in Osteuropa Polen und Tschechien signifikant zulegen, kämpfen viele andere europäischeMärkte mit zweistelligen Umsatzrückgängen. Deutschland wird im internationalen Musikmarkt immer wichtigerWährend weltweit fast alle Länder mit zweistelligen Umsatzrückgängen zu kämpfen haben, gingen die Einnahmen aus dem Verkauf von Musikproduktenin Deutschland 2009 moderat um 3,3 Prozent auf jetzt 1,530 Mrd. Euro zurück. Die Strategie der deutschen Musikfirmen, trotz kontinuierlichen Ausbaus der digitalen Angebote das klassische CD-Geschäft nicht zu vernachlässigen,hat sich somit im internationalen Vergleich als richtig erwiesen. Nach wie vor bleiben die USA mit Abstand stärkster Musikmarkt, haben aber seit dem Jahr 2002 fast 10 Prozent ihres weltweiten Musikmarktanteils verloren. Gewinner im weltweiten Vergleich bleibt Japan, das auf Platz zwei liegt, aber immer näher an den Weltmarktführer USAheranrückt. Deutschland kann seine Position als viertgrößter Musikmarktder Welt weiter ausbauen und lag zum Ende des ersten Halbjahres 2009 sogar noch vor Großbritannien. Nach einem starken zweiten Halbjahr in UK und einem schwächeren in Deutschland dürften sich beide Märkte ein Kopf-an-Kopf-Rennen liefern. Osteuropa verzeichnet UmsatzzuwächseBetrachtet man die derzeit vorliegenden und weltweit bestätigten Zahlen aus 2008, verzeichnete der britische Markt einen Rückgang von minus 23,9 Prozent im Vergleich zum Jahr 2007,wohingegen der deutsche Tonträgermarkt (physisch und digital) nur ein Umsatzminus von 3,6 Prozent aufweist (Abb. 30). Starkes Digitalgeschäft kann physische Verluste nicht kompensierenTrotz der weltweiten Wachstumsraten im digitalen Markt können die Umsätze mit digitaler Musik den Rückgang im physischen Geschäft immer noch nicht ausgleichen. Stiegen die Umsätze mit digitaler Musik seit 2004 bis einschließlich 2009 weltweit um 940 Prozent (Digital Music Report 2010), sank der gesamte Musikmarkt in der gleichen Zeit um insgesamt 30 Prozent. Weltweit nimmt der Umsatz nach Endverbraucherpreisen mit Tonträgern um 7,5 Prozent von 29 Mrd. USDollar in 2007 auf 27 Mrd. US-Dollar in 2008 ab (Abb. 31). Für diesen Rückgang ist vor allem der schwache USMarkt verantwortlich. Zwar werden die USA 2009 voraussichtlich einen Digitalanteil von rund 50 Prozent erreichen, büßen aber gleichzeitig 31 Prozent ihrerGesamtumsätze ein (Abb. 33). Interessanterweise ist zu beobachten, dass die Länder mit dem höchsten Downloadanteil am Musikmarkt, mit Ausnahme von Japan, die größten Verluste am Gesamtmarkt verzeichneten. Das legt den Schluss nahe, dass ein langsamer Transformationsprozess vom physischen in den digitalen Markt von Vorteil ist. So hat Deutschland im Vergleich der fünf größten Musikmärkte in den Jahren 2004 bis 2008 den geringsten Digitalanteil, dafür aber eine vergleichsweise stabile Gesamtmarktentwicklung vorzuweisen (Abb. 33). Absatz von Musikprodukten erreicht bestes Ergebnis seit fünf JahrenPositiv ist zu vermerken, dass der weltweite Absatz von Alben und Singles inklusive Downloads weiter steigt. Wurden in 2007 weltweit drei Mrd. Musikkäufe getätigt, stieg der Absatz mit CDs, Musikvideos, LPs, MCs und Downloads um 2,7 Prozent auf insgesamt knapp 3,1 Mrd. Musikprodukte (Abb. 32) und erreicht somit das beste Ergebnis seit fünf Jahren. Grund für den positiven Verlauf sind die Möglichkeiten, über Downloadplattformen Musiktitel einzeln erwerben zu können. Aber auch die digitale Aufstockung der eigenen Musiksammlung mit Musiktiteln aus dem Backkatalog trägt zur Stärkung des Single-Segmentes bei. So steigt die Anzahl der Singles verhältnismäßig stark um fast 50 Prozent, während das Album internationalan Bedeutung verliert.
|
![]() Britta Lüerßen ![]() Zum Artikel |