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Musikhandel

Jeder dritte Euro beim Musikverkauf wird bereits heute im Internet verdient.
Die Elektrofachmärkte bleiben die Platzhirsche im stationären Handel, der aber zugunsten der digitalen Vertriebswege durchweg Anteile abgeben muss. Im Ranking der fünf größten Händler liegt Amazon auf Platz 2.

Die Zukunft des Musikverkaufs liegt im Internet

Abbildung 19: Umsatzanteile der einzelnen Handelsformen am Musikverkauf 2002– 2009*

Das Internet wird für die Musikindustrie als Vertriebskanal immer wichtiger.
Mit dem Versand von CDs, Musikdownloads und den mobilen Angeboten wurden 2009 erstmals mehr Umsätze erzielt als in einer der anderen Handelsformen. In der Summe steigt der Umsatzanteil der digitalen Vertriebswege um vier auf 31 Prozent (2008: 27 %) und überflügelt damit erstmals die bisher dominierenden Elektrofachmärkte, deren Anteil von 30 Prozent in 2008 auf 29 Prozent in 2009 leicht sinkt. Damit wird fast jeder dritte Euro beim Musikverkaufüber das Internet verdient (Abb. 19).

Den größten Umsatzanteil bei dendigitalen Vertriebswegen haben die Internet-Versandhändler wie Amazon, buch.de oder jpc.de. Ihr Anteil steigt von 19 Prozent in 2008 auf 21 Prozent in 2009. Auch die Download- Anbieter können von sechs auf acht um zwei Prozentpunkte zulegen. Dieser Anstieg ist vor allem auf die stark gestiegenen Verkäufe von Alben/Bundles zurückzuführen. Entgegen den Erwartungen vieler Experten hat der Anfang 2009 verkündete Wegfall von DRM (Kopierschutz) dem Markt keine wesentlichen Impulse gegeben. Die Mobile-Händler verlieren weiter an Bedeutung durch den rückläufigen Klingeltonmarkt.

Elektrofachmärkte Platzhirsche im stationären Handel

Abbildung 20: Top 5 der Musikhändler in 2009 nach Umsätzen

Die Elektrofachmärkte verlieren zwar ein Prozent Umsatzanteil, bleiben aber mit 29 Prozent vom Gesamtumsatz der Musikverkäufe die Platzhirsche im stationären Handel. Dort büßen auch die Kauf- und Warenhäuser ein Prozent Umsatzanteil auf jetzt fünf Prozent ein, was sicher auch den Turbulenzen des Karstadt-Konzerns geschuldet ist. Sie liegen damit auf gleichem Niveau wie der Buchhandel. Auch der Lebensmitteleinzelhandel verliert leicht von acht auf sieben Prozent und fällt damit erstmals hinter die Download-Händler zurück.

Nachdem die klassischen Plattenläden den Jahren 2006 bis 2008 ihre Umsatzanteile halten konnten, verlieren sie 2009 ein Prozent und machen jetzt noch drei Prozent des Umsatzvolumens aus. Viele kleinere, spezialisierte Händler fließen aber nicht in die Statistik ein, weil sie ihre Umsätze wegen fehlender Scannerkassen nicht melden. Beim Versandhandel (6 %), Sonstigen (5 %) und dem Clubmarkt (2 %) gibt es keine Veränderungen zum Vorjahr.

 

Britta Lüerßen
Leiterin Marktforschung & Entwicklung

Telefon:
030 59 00 38-21

lueerssen(at)musikindustrie.de

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