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MusikkopienDie konsequente Verfolgung unrechtmässiger Musikbeschaffung aus dem Internet zeigt Wirkung. Sowohl die Zahl der Downloads wie auch die der Musikdiebe geht langsam zurück. Illegale Downloads und Kopien verursachen aber nach wie vor Schäden in dreistelliger Millionenhöhe. Verfolgung von illegaler Musikbeschaffung zeigt WirkungNach einer Studie von Jupiter Research ist Deutschland das Land mit der niedrigsten Pirateriequote in Europa. Nachdem es zunächst fast ausschließlich Musikfirmen waren (Abb. 13), die gegen Privatpersonen wegen Urheberrechtsverletzungen im Internet rechtlich vorgegangen sind, setzen sich immer mehr betroffene Branchen wie die Filmindustrie oder die Buchverlage zur Wehr. Dadurch– und nach positiven Erfahrungen mit dem Ende 2008 eingeführten zivilrechtlichen Auskunftsanspruch – hat sich nach Einschätzung des Bundesverbandes Musikindustrie e.V. die Zahl der Abmahnungen in Deutschland noch einmal deutlich erhöht und dürfte 2009 für alle Rechteinhaber im unteren sechsstelligen Bereich gelegen haben. Illegale Downloads gehen zurückDieses Vorgehen zeigt Wirkung. So ging die Zahl der illegalen Musikdownloads aus Tauschbörsen, von Sharehostern oder ftp-Servern laut GfK-Brennerstudie von 316 Mio. Songs in 2008 auf 258 Mio. in 2009 zurück (Abb. 12). Warnen statt abmahnenObwohl der Versand von Abmahnungen sich als wirksames Mittel zur Eindämmung von illegaler Musikbeschaffung über das Internet erwiesen hat, würde die deutsche Musikindustrie darauf gerne verzichten. Damit die Umsetzung eines solchen Modells aber nicht allein zulasten der ohnehin schon geschädigten Musikindustrie geht, ist die Mitarbeit der Internet-Service-Provider gefordert. Frankreich übernimmt VorreiterrolleAuch der Gesetzgeber zeigt bisher kaum Initiative bei der Umsetzung sinnvoller Alternativen. In unseren Nachbarländern ist man hier schon ein Stück weiter. Nachdem die entsprechenden gesetzlichen Grundlagen geschaffen wurden, wird in Frankreich zurzeit mit Hochdruck an der Umsetzung eines entsprechenden Modells gearbeitet. Legale Musiknutzung auf dem VormarschDas konsequente Vorgehen gegen illegale Angebote und Anbieter sowie der kontinuierliche Ausbau des digitalen Angebotes haben dazu geführt,,dass die Zahl der Personen, die sich aus illegalen Quellen bedienen, seit Beginn der Erhebung stark zurückgegangen ist (Abb. 15). Seit Beginn der juristischen Verfolgung illegaler Downloads ist die Zahl der Musikdiebe im Netz trotz wachsender Zahl von Breitbandzugängen von 4,43 Mio. (2005) um rund ein Drittel zurückgegangen. Illegale Quellen intensiv genutztDiese Entwicklung spiegelt sich auch in der Betrachtung der regelmäßig (mind. einmal im Monat) bzw. am häufigsten genutzten Musikquellen im Netz wider (Abb. 14). Festplatten voll mit MusikDas Schadenspotenzial illegaler Downloads lässt sich nicht allein an ihrer Zahl bemessen. Der Bundesverband Musikindustrie geht davon aus, dass ca. 10 bis 20 Prozent der illegal heruntergeladenen Musikstücke sonst gekauft worden wären. Darauf lässt auch die gigantisch angestiegene Zahl von Musikdateien schließen, die auf PCs und Laptops, MP3-Playern und MP3- Handys sowie externen Festplatten gespeichert ist.
Auf eine gekaufte CD kommen zwei gebrannteInsgesamt wurde 2009 das Äquivalentvon 278 Mio. Musikalben auf CD oder DVD gebrannt (Abb. 17). Das ist ein Rückgang um rund ein Viertel oder 92 Mio. Stück. Das Verhältnis von gebrannten zu gekauften CDs liegt damit bei 2:1. In der analogen Welt war das Verhältnis von verkauften LPs zu Kopien auf Musikkassetten mit 1:2 noch umgekehrt. Gesellschaftlicher Schaden illegaler MusikbeschaffungDer durch illegale Downloads, physische Piraterie sowie unrechtmäßige Privatkopien (Privatkopien aus illegalen Quellen) entstandene Schade ist schwer zu beziffern. Nach Endverbraucherpreisen hätte die heruntergeladene oder kopierte Musik einen Wert von rund vier Mrd. Euro gehabt (Abb. 18). Wären nur 10 bis 25 Prozent dieser Musik gekauft worden, läge der Umsatz zwischen 400 Mio. und einer Mrd. Euro. Das trifft nicht nur die Musikfirmen und den Handel. Auch dem Staat entgehen Mehrwertsteuereinnahmen in Höhe von rund 80 bis 200 Mio. Euro. |
Britta Lüerßen |