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Die Strategie der deutschen Musikindustrie, trotz kontinuierlichen Ausbaus der digitalen Angebote den physischen Tonträger nicht zu vernachlässigen, hat sich vor allem im internationalen Vergleich als richtig erwiesen. Mit einem Umsatzplus von 34 Prozent wächst der Downloadmarkt weiter auf hohem Niveau, während der Umsatz mit CD-Alben nur leicht zurückgeht. Der Digitalmarkt in Deutschland ist weiter auf Wachstumskurs. Unter Einbeziehung des Mobilmarktes (Klingeltöne/Full Track Downloads) erreicht das Digitalgeschäft einen Umsatzanteil von rund sieben Prozent am Musikverkauf und liegt damit im europäischen Durchschnitt. Die signifikanten Unterschiede zum Musikmarkt in den USA – wo bereits über 30 Prozent der Umsätze mit Downloads erzielt werden – erklären sich vor allem durch einen Vergleich der Entwicklung im physischen Markt. CD bleibt Rückgrat der deutschen MusikindustrieWährend die CD-Verkäufe in den USA in den vergangenen Jahren mit rasender Geschwindigkeit zurückgegangen sind, greifen deutsche Konsumenten weiterhin gerne zur CD. Die Strategie der deutschen Musikindustrie, trotz kontinuierlichen Ausbaus der digitalen Angebote den physi- schen Tonträger nicht zu vernachlässigen, hat sich bisher als richtig erwiesen. Der Umsatz der CD geht mit 1,28 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr nur um 4,7 Prozent zurück. Die CD bleibt mit 81 Prozent der mit Abstand größte Umsatzträger im deutschen Musikmarkt. Rechnet man alle physischen Formate wie Singles, DVD-Audio und SACD, Musikkassetten und LPs zusammen, liegt ihr Umsatzanteil bei 85 Prozent. Weitere acht Prozent entfallen auf den Verkauf von Musikvideos (Abb. 3). Gesamtmarkt leicht im MinusAuch wenn Deutschland wegen der stabilen CD-Verkäufe im internationalen Vergleich besser als alle anderen großen Musikmärkte – mit Ausnahme von Japan – abschneidet, kann auch das starke Wachstum bei Downloads die Rückgänge im physischen Verkauf noch nicht kompensieren. Der Gesamtmarkt geht deshalb 2008 um 4,7 Prozent auf insgesamt 1,575 Milliarden Euro zurück (Abb. 1 und 2). Das Minus geht vor allem zu Lasten der Singles und der Musikvideos. Die Single ist am stärksten vom Transformationsprozess der Branche betroffen. Lag der Umsatzanteil der Single vor zehn Jahren noch bei zwölf Prozent, sind es 2008 gerade mal zwei Prozent. Ebenfalls stark zurückgegangen sind die Umsätze mit Musikvideos. Neue ErlösquellenDie Betrachtung der Umsätze aus dem Musikverkauf liefert aber nur ein unvollständiges Bild der Situation der Branche. Seit mehreren Jahren arbeiten die Labels mit Hochdruck daran,die Abhängigkeit vom klassischen Geschäft mit dem Musikverkauf zu verringern. Neue Einnahmequellen wie das Merchandising, das Künstlermanagement sowie Einnahmen aus Konzerten und Ticketing, aber auch Lizenz- und Werbeerlöse gewinnen für die Unternehmen der Musikindustrie zunehmend an Bedeutung, sind heute aber in der Umsatzstatistik noch nicht erfasst. Leichter Rückgang bei CD-PreisenNach Auskunft des statistischen Bundesamtes sind die Preise für CDs 2008 leicht zurückgegangen und bewegten sich damit etwa auf dem Niveau von 2005. Im gleichen Zeitraum stieg der Preis für Kinokarten um 3,3 Prozent, Theaterkarten verteuerten sich um 6,8 Prozent und Tages- und Wochenzeitungen kosteten im vergangenen Jahr sogar 8,8 Prozent mehr als 2005. Zusammen mit dem Buch ist die CD damit eines der wenigen Kulturprodukte, die sich in den vergangenen Jahren nicht verteuert haben. |
Britta Lüerßen |