Musikhandel

Fast drei Viertel der Musikumsätze kommen über Internetkäufe zustande. Von 100 Euro kaufen Fans für gut 45 Euro Musik als digitale Formate. Physische Tonträger aus dem Laden und per Internet-Bestellung sorgen jeweils für etwas mehr als jeden zweiten Euro.

Wenn Musikfans in Deutschland 100 Euro für Tonträger ausgeben, dann entfallen davon inzwischen rund 73 Euro auf Onlinekäufe. Die entsprechenden Plattformen im Netz sorgten 2017 für 72,8 Prozent aller Musikumsätze (Abb. 20) und damit für fast drei Viertel der Gesamteinnahmen. Im Jahr zuvor lag dieser Anteil noch merklich darunter: 2016 wurden 2 von 3 Euro über das Internet generiert (66 %). Damit konnte dieser Vertriebsweg für Musik im vergangenen Jahr einen Zuwachs von 6 Prozentpunkten verzeichnen.

Der Onlinekauf digitaler Formate einschließlich des Premium-Audio-Streaming machte im vergangenen Jahr erneut einen deutlichen Sprung nach oben. Auch hier wird von Musikkäufen gesprochen, obwohl beim Premium-Audio-Streaming für das Nutzungsrecht bezahlt und kein Tonträger durch Kauf erworben wird. Während im Vorjahr noch etwas mehr als ein Drittel aller Umsätze mit digitalen Formaten generiert wurde (36,4 %), waren es 2017 bereits 45,3 Prozent und damit 9 Prozentpunkte mehr. Da im gleichen Zeitraum die Einnahmen durch Downloads gesunken sind (siehe Kapitel „Umsatz“), ist das Premium-Audio-Streaming verantwortlich für den spürbaren Anstieg beim Onlinekauf digitaler Formate.

Online bestellen, offline geliefert bekommen – dafür entschieden sich 2017 ebenfalls wieder viele Musikfans. Sie ließen sich physische Tonträger nach Hause schicken. Mehr als ein Viertel aller Musikumsätze kam durch solche Onlinebestellungen zustande (27,5 %). Nur etwas weniger als 2016 (29,6 %).

Damit kommt dem Onlinehandel mit physischen Tonträgern in Bezug auf den Umsatz inzwischen fast dieselbe Bedeutung zu wie dem stationären Handel einschließlich des Versandhandels. Denn auch hier gaben die Fans etwas mehr als jeden vierten Euro (27,2 %) entweder in einem Geschäft aus oder sie ließen sich Tonträger vom traditionellen Versandhandel nach Hause liefern. Von 100 Euro, die im vergangenen Jahr mit Tonträgern verdient wurden, flossen rund 7 Euro weniger über die Kassen der Ladengeschäfte und Händler als im Jahr 2016, in dem hier noch rund ein Drittel der Umsätze (34 %) erwirtschaftet wurde.

ONLINEVERKAUF VON CDs & Co. GEHT LEICHT ZURÜCK, VERTRIEB DIGITALER FORMATE IST DAS WACHSTUMSSEGMENT

Abb. 20: Umsatzanteile der Vertriebsschienen am Musikverkauf 2008 – 2017
Abb. 21: Umsatzanteile der Handelsformen am Musikverkauf 2008 – 2017


Wirft man einen Blick auf die Entwicklung der Verkaufsflächen, vom Elektrofachmarkt über den Buchhandel bis zum Digital-Handel, so spiegelt sich hier das Abschmelzen des physischen Geschäftes deutlich wider: Bis auf den Digital-Handel, der für 2017 ein Plus von rund 26 Prozent verbuchen konnte, sind alle Handelsformen stark rückläufig.

So landete etwa 2012 noch rund jeder vierte Euro in den Kassen von Elektrofachmärkten (25,1 %), im Jahr 2017 hingegen war es nur noch ca. jeder achte (13,3 %). Im Vergleich zum Vorjahr 2016 erzielten Elektrofachmärkte mit Tonträgern rund ein Fünftel weniger Umsatz.

Buchhandlungen erzielten 2017 mit Musik nur noch rund drei Viertel der Vorjahreseinnahmen (−24,8 %). Dies war ein Anteil von rund 1 Prozent aller Musikumsätze. Im Vergleich zum Jahr 2012 hat sich ihr Umsatzanteil damit halbiert, wenn auch ausgehend von einem bereits niedrigen Niveau.

Während der Medienfacheinzelhandel 2016 noch ein deutliches Wachstum verbuchen konnte, sanken seine Musikumsätze 2017 um insgesamt 40,9 Prozent und damit am deutlichsten unter den Vertretern des stationären Handels. Bei langfristiger Betrachtung der Tonträgerverkäufe liegt der Medienfacheinzelhandel damit wieder auf dem niedrigen Umsatzniveau von 2012.

Drogeriemärkte (−10,1 %) und der Lebensmitteleinzelhandel (−12,2 %) mussten 2017 auf rund jeden zehnten Euro verzichten, den sie noch im Jahr zuvor mit Musik eingenommen hatten.

NUR DER HANDEL ALS PARTNER GARANTIERT EINE VIELFÄLTIGE MUSIKLANDSCHAFT

Obwohl der stationäre Handel mit Musik 2017 zurückgegangen ist, konnten Media Markt und Saturn ihren Platz unter den fünf umsatzstärksten Tonträgerhändlern verteidigen (Abb. 22). Auch Spotify zählt dazu. Zu den „Big Five“ des Tonträgerhandels gehören wie in den Vorjahren außerdem Amazon und Apple.
Das zurückliegende Geschäftsjahr brachte wieder zahlreiche Veränderungen unter den Streaming-Anbietern mit sich: Nach dem US-Launch im Oktober 2016 ging Amazon Music Unlimited Mitte November 2016 auch in Deutschland an den Start.¹ Das Streaming-Angebot „Lidl You“ in Kooperation mit Deezer hingegen wurde Anfang 2018 eingestellt.² Microsoft beendete seinen Dienst „Groove Music“ Ende 2017.³ Der Anbieter Juke kündigte an, sich künftig ausschließlich auf Musikstreaming konzentrieren zu wollen⁴ , während Apple sich auch im Video-Streaming-Geschäft engagieren möchte und Medienberichten zufolge Steven Spielberg für die erste originäre Serie engagiert hat.⁵ Und Spotify plant im April 2018 den Börsengang.⁶
Alle Künstler und ihre Partner können hoffen, dass jeder Händler mit seinem Musikangebot, sei es offline oder online, am Markt erfolgreich ist. Schließlich fließt von jedem Euro, der mit Musik eingenommen wird, ein großer Teil zurück in die Entdeckung und den Aufbau neuer Talente (siehe Kapitel „Musikfirmen“). Insofern sind alle Handelspartner ein unverzichtbarer Bestandteil eines Kreislaufs, der stets neue, spannende Künstlerprojekte hervorbringt. Darüber hinaus werden dadurch auch Werke von Künstlern mitfinanziert, denen im Vergleich zu erfolgreichen Kollegen der große Erfolg beim Publikum bisher noch nicht vergönnt gewesen ist.

 

¹ Vgl. z.B. Internet World

² Vgl. z.B. Chip Online

³ Vgl. z.B. Heise Online

⁴ Vgl. z.B. Computer Bild

⁵ The Wall Street Journal, 10. Oktober 2017:

⁶ Vgl. z. B. Computer Bild

Abb. 22: Top 5 Musikhändler in 2017 in alphabetischer Reihenfolge

PHONONET – Servicepartner für die gesamte Branche

Mit seinem ganzheitlichen Angebot aus Kommunikationssystem, Katalogplattform, Promotion-Network, Metadatenaggregation und umfassender Musiksuchmaschine ist PHONONET heute unverzichtbarer Servicepartner der Entertainmentbranche. Dabei vereinfacht PHONONET mit digitalen Prozessen die Kommunikation zwischen Industrie, Handel, Medien und Verwertungsgesellschaften. Somit steigt die Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz aller Marktteilnehmer rund um Musik, DVD-Home-Entertainment, Hörbuch, E-Book, Radiosender, TV-Sender und Internetradio sowie um Merchandising.
 
Die Stärke von PHONONET ergibt sich aus der Breite der Services, durch die PHONONET maßgeschneiderte Lösungen bieten kann, die sowohl individuelle Kundeninteressen als auch Marktentwicklungen berücksichtigen. Dafür wird das Dienstleistungsportfolio stets innovativ erweitert und Vorhandenes konsequent weiterentwickelt. Was vor über 25 Jahren als Bestellplattform begann, wird heute regelmäßig um neue Dienstleistungen und elektronische Prozesse erweitert.
 
Zum Beispiel bietet PHONONET mit dem Digital Sales Service (DSS) Vertrieben und Labels aus der digitalen Entertainment-Branche eine echte Hilfestellung bei der Verarbeitung von Sales Reports. Mit Hilfe dieses individuell anpassbaren Tools lassen sich Abrechnungsdaten aus dem Download- und Streaming Bereich einfach und schnell standardisieren, normalisieren und qualitativ prüfen. So wird aus den Formaten von über 150 Download-, Streaming- & Cloud-Shops eine einheitliche Schnittstelle.
 
Auch das MPN erweitert seine Services zur Kommunikation zwischen Labels und über 3.000 Medienpartnern. So bietet das MPN seit letztem Jahr die Möglichkeit neben der Bemusterung von Alben und Singles auch die Bemusterung von Videos an. Gewohnt einfach kann die Videodatei von den Promotern hochgeladen werden, die wichtigen Informationen lassen sich ebenso hinterlegen wie ein Screenshot. Der MPN Newsletter ist eine wertige und sinnvolle Ergänzung zu klassischen MPN Bemusterung. In einer neuen übersichtlichen Form präsentiert er jede Woche eine Auswahl von aktuellen Produkten, die im MPN bemustert werden.
 
Im eBusiness wird die Kommunikation zwischen Lieferanten und Händlern entlang der gesamten Supply-Chain automatisiert. Großen wie kleinen Firmen wird mit einfachen Lösungen der Zugang zum Markt erleichtert. Das eINVOICing ermöglicht eBusiness-Kunden von PHONONET zudem, elektronische Rechnungen revisionssicher zu archivieren und gleichzeitig auf den Versand von Papierrechnungen zu verzichten. Das spart Kosten und entlastet die Umwelt. Das eINVOICing erfüllt für den Rechnungsempfänger zugleich alle Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug. Selbstverständlich unterliegt der eBusiness-Betrieb einem Managementsystem zur Wahrung der Informationssicherheit (ISMS) und ist nach ISO 27001 zertifiziert.

Innovativ, sicher, vielseitig

PHONONET-DIENSTLEISTUNGEN

eBusiness – Abläufe sicher automatisieren

Das EDI-Kommunikationssystem für Lieferanten und Händler ist eine effiziente und etablierte Schnittstelle zur Abwicklung aller EDI-Prozesse der Supply-Chain: von der Bestellung über das Lieferavis und die Rechnung bis hin zum Retourenmanagement.


eMedia Catalog – Medien spielend vermarkten

Zu über 1,1 Millionen physischen Artikeln der Medienbranche werden Tracklistings, Cover, Soundsamples sowie Szenenbilder und Videos gesammelt und PHONONET-Kunden über die eMediaCat-Plattform bereitgestellt.


MPN (Musik Promotion Network) – Musik besser promoten

Binnen Sekunden können die Labels über 2.400 Redakteure mit ihren neuen Veröffentlichungen bemustern. Die Titel stehen den Medienpartnern rund um die Uhr via Internet zur Verfügung.


Digital Sales Service (DSS) – Sales Reports in Bestform

Mit der Standardisierung und Normierung von optimalen Abrechnungsdaten aus dem Download- und Streaming-Bereich ist der DSS das optimale Tool zur Aufbereitung von Digital Sales Reports.


DigiAS – Metadaten leicht gemacht

Der Digitale Artikelstamm (DigiAS) ist ein Verzeichnis digital vertriebener Medienprodukte mit Details zu mehr als 5 Millionen Produkten und über 42 Millionen Tracks. Dazu zählen Audio- und Videoprodukte sowie E-Books und Mobile Content. Der DigiAS stellt damit die Schnittstelle zwischen Digitalvertrieben und Marktforschungsunternehmen dar.


Repertpoire Connector – Rechteansprüche einfach kommunizieren

Der Repertoire Connector hilft der Musikindustrie, ihre Rechte an Tracks bei Verwertungsgesellschaften sehr einfach wahrzunehmen. Der Service verbindet die PHONONET-Datenbanken des MPN, DigiAS und eMedia Catalog mit Datenbeständen der Labels und sendet standardisierte Daten an Verwertungsgesellschaften.