Musikhandel

Der stationäre Handel bleibt mit 38,3 Prozent die Nummer eins unter den Marktplätzen für Musik. Der physische Onlinekauf liegt bei rund 32 Prozent, der digitale Onlinekauf – Downloads und Premium-Audio-Streaming – passiert die 28-Prozent-Marke. In Summe werden mittlerweile rund 60 Prozent der Musikumsätze über das Internet erwirtschaftet.

Stationärer Handel bleibt auf Platz eins, E-Commerce wächst leicht, Audio-Streaming boomt

Abb. 21: Umsatzanteile der Vertriebsschienen am Musikverkauf 2006 - 2015

Der Online-Handel ist weiter gewachsen, allerdings ist der deutliche Sprung von 53 auf nunmehr 60,2 Prozent (Abbildung 21) in den Statistiken des Bundesverbandes Musikindustrie im vergangenen Jahr auch auf die Integration von Premium- Audio-Streaming zurückzuführen. Einnahmen über die Premium-Dienste etwa von Spotify, Deezer oder Napster sind hier vorher nicht erfasst worden. Durch diese methodische Umstellung ist das Jahr 2015 mit den Vorjahren nicht oder nur bedingt vergleichbar.

Doch zeigt der Blick auf die vergangenen zehn Jahre eine klare Tendenz. So ist der stationäre Handel seit 2006 sukzessive zurückgegangen, ebenso die Musikbestellungen per Katalog oder Mailorder: Gegenüber 2006 stehen sie mit 1,5 Prozent inzwischen nur noch für etwa ein Zehntel der Umsätze, gegenüber dem Vorjahr eine Halbierung.

Der physische Online-Kauf – E-Commerce – ist noch einmal leicht auf 31,9 Prozent gestiegen. Einer im Frühjahr vergangenen Jahres von der Unternehmensberatung A.T. Kearney vorgestellten Studie zufolge gehört Deutschland inzwischen zu den fünf wachstumsstärksten Märkten für E-Commerce, laut dem sogenannten „Global Retail E-Commerce Index“ liegt Deutschland hinter den USA, China, Großbritannien und Japan.

Beim Onlinekauf digitaler Formate schlägt die Integration des Audio-Streaming in die Statistik deutlich zu Buche: 28,3 Prozent der Umsätze wurden hier generiert. Das spiegelt gleichzeitig auch die generelle Marktentwicklung wider: dass das Audio-Streaming 2015 in Deutschland einen großen Schritt nach vorn gemacht hat.

Elektrofachmärkte geben leicht nach, erstmals seit drei Jahren verliert der Medienfacheinzelhandel wieder

Im Detail hat sich der Handel in den einzelnen Bereichen erneut sehr unterschiedlich entwickelt.

Im stationären Handel zeigt sich die rückläufige Tendenz mit Blick auf alle Vertriebsschienen (Abbildung 22). Der Elektrofachmarkt, hier der zentrale Point of Sale, verlor um 7,6 Prozent, hat aber noch immer knapp ein Fünftel Marktanteil (19,7 Prozent). Verhältnismäßig stabiler blieben die nächstkleineren stationären Outlets: die Drogeriemärkte (+/-0 Prozent), die in absoluten Werten gegenüber dem Vorjahr gleich geblieben sind, und der Lebensmitteleinzelhandel (-3,6 Prozent), liegen nun bei einem Marktanteil von 6,7 bzw. 5,6 Prozent.

Der Buchhandel hat, wenn auch auf ohnehin niedrigem Niveau, deutlicher nachgegeben (-22,7 Prozent). Der größte Sprung ist jedoch in den Kauf- und Warenhäusern zu sehen. Hier gingen die Umsätze aus Musikverkäufen um 29,7 Prozent zurück, wenngleich auch hier auf sehr niedrigem Level. 2015 haben sie nun einen Marktanteil von nur noch 0,4 Prozent.

Abb. 22: Umsatzanteile der Handelsformen am Musikverkauf 2006 - 2015

Etwa im Mittelfeld bewegt sich der Medienfacheinzelhandel, die Kategorie, der auch zum Beispiel die sogenannten Plattenläden zugerechnet werden. Nach dem bisherigen Tiefststand 2012 von knapp unter einem Prozent Marktanteil gab es hier in den vergangenen Jahren wieder deutlichen Aufwind, der aber 2015 wieder abgeflaut ist: Mit einem Minus von mehr als elf Prozent werden hier derzeit 1,3 Prozent des Umsatzes erwirtschaftet.

Musikstreaming auch im Handel das Thema der Stunde

Kaum ein Thema wurde 2015 im Musikbereich so heiß diskutiert wie das Musik-Streaming. Nicht zuletzt durch die Markteintritte von Apple mit Apple Music und Aldi im Verbund mit Napster und die damit verbundene Medienaufmerksamkeit ist Audio-Streaming im vergangenen Jahr in Deutschland in der breiten Bevölkerung angekommen. Mit insgesamt 14,4 Prozent Umsatzanteil (s. Seite 13) ist es zwar noch immer nicht der Mainstream, denn der wird mit mehr als 60 Prozent nach wie vor von der CD repräsentiert. Doch findet beim Streaming derzeit eine extrem dynamische Entwicklung statt.

Dieser Entwicklung trägt „Musikindustrie in Zahlen“ in diesem Jahr Rechnung: Erstmals wird nicht mehr zwischen physischen und digitalen Händlern unterschieden wie in den vergangenen Jahren. Stattdessen bildet ein Chart die fünf wichtigsten Musikhändler insgesamt ab. Hier erscheint zusammen mit Amazon, iTunes, Media Markt und Saturn nun auch erstmals Spotify.

Ein wichtiger Aspekt beim Streaming ist die angemessene Vergütung derjenigen, die die Inhalte, die dort zugänglich gemacht werden, entwickelt und produziert haben. Bei den legalen Streaming-Diensten ist dies im Gegensatz zu Anderen, die ihr Musikangebot nicht lizenziert haben, gewährleistet. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein werbefinanziertes oder ein Premium-Angebot handelt. Legale Angebote gibt es mittlerweile viele. 80 Prozent der Deutschen halten die vorhandenen legalen Möglichkeiten der Musiknutzung im Netz für ausreichend, rund 60 Prozent haben sogar ein für sie „perfektes“ legales Angebot gefunden (s. Umfrage zur Musiknutzung im Internet, S. 5). Doch trotz der legalen – und auch kostenlosen – Vielfalt gibt es nach wie vor immer wieder neue illegale Angebote, die Inhalte zur Verfügung stellen, ohne Urheber und Rechteinhaber, sprich: ohne die Kreativen und ihre Partner, an den Erlösen zu beteiligen. Aus diesem Grund bleibt die vom BVMI 2013 vorgestellte Initiative PLAYFAIR weiterhin eine wichtige Orientierungshilfe. Auch wenn sich die Situation insgesamt etwas verbessert hat.

Abb. 23: Top 5 Musikhändler 2015 in alphabetischer Reihenfolge
 

Innovativ, sicher, vielseitig: PHONONET – ServicePartner für die gesamte Branche

Mit seinem ganzheitlichen Angebot aus Kommunikationssystem, Katalogplattform, Promotion Network und umfassender Musiksuchmaschine ist PHONONET heute unverzichtbarer Servicepartner der Entertainmentbranche. Dabei vereinfacht PHONONET mit digitalen Prozessen die Kommunikation zwischen Industrie, Handel und Medien und steigert so die Wettbewerbsfähigkeit und Kosteneffizienz aller Marktteilnehmer rund um die Medien Musik, DVD Home Entertainment, Merchandising, Hörbuch, e-book, Radiosender, TV-Sender sowie Internet-Radi

e-BUSINESS – Ressourcenoptimierung für Industrie und Handel

Die Stärke von PHONONET ergibt sich aus der Breite der Services, wodurch PHONONET maßgeschneiderte Lösungen bieten kann, die sowohl individuelle Kundeninteressen als auch Marktentwicklungen berücksichtigen. Dafür wurde in den vergangenen 25 Jahren das Dienstleistungsportfolio innovativ erweitert und Vorhandenes konsequent weiterentwickelt. Zum Datenstamm-Kerngeschäft kamen immer wieder neue Dienstleistungen und elektronische Prozesse hinzu – wie der Austausch von Bestelldaten, das Retourenmanagement oder die elektronische Rechnung. Dadurch decken angeschlossene Händler heute mit nur einer Schnittstelle zu PHONONET sämtliche Prozesse der Supply Chain ab und behalten durch ein Clearing Center mit EDI-Nachrichten stets den Überblick.

Die angeschlossenen Partner können dabei sowohl bewährte Standards als auch individuell angepasste Formate verwenden, denn das eBusiness bietet, neben AS2 und SFTP, mit dem EDI-Server auch eine einfach zu integrierende Software zum Austausch aller Nachrichten zwischen Industrie und Handel. So nutzten im Jahr 2015 rund 130 Vertriebe, über 220 Handelspartner und 1.800 Outlets mit unterschiedlichsten Warenwirtschafts- und IT-Systemen das eBusiness. Dabei schickte der Handel über elf Millionen Order Lines an die Industrie. Ein besonderer Vorteil: Die stets aktuellen Datenbanken bieten Einsicht in alle Metadaten und Soundsamples sowie in die Lagerbestände der Industrie, nicht zuletzt in Zeiten der Globalisierung eine Grundvoraussetzung für die Bestellpraxis „heute bestellt – morgen geliefert“.

e-INVOICING – Revision (&) sicher

Das eINVOICing ermöglicht es PHONONET eBusiness-Kunden zudem, elektronische Rechnungen revisionssicher zu archivieren und gleichzeitig auf den Versand von Papierrechnungen zu verzichten. Das spart Kosten und entlastet die Umwelt. Das eINVOICing erfüllt für den Rechnungsempfänger zugleich alle Voraussetzungen für den Vorsteuerabzug.

Selbstverständlich unterliegt der eBusiness-Betrieb einem Managementsystem zur Wahrung der Informationssicherheit (ISMS) und ist gemäß ISO 27001 zertifiziert.

PHONONET Dienstleistungen

eBusiness – Abläufe sicher automatisieren
Das EDI-Kommunikationssystem für Lieferanten und Händler ist eine effiziente und etablierte Schnittstelle zur Abwicklung aller EDI-Prozesse der Supply Chain: von der Bestellung über das Lieferavis und die Rechnung bis hin zum Retourenmanagement.

eMedia Catalog – Medien spielend vermarkten

Zu über 1,1 Millionen physischen Artikeln der Medienbranche werden Tracklistings, Cover, Soundsamples sowie Szenenbilder und Videos gesammelt und PHONONET-Kunden über die eMediaCat Plattform bereitgestellt.

MPN (Musik Promotion Network) – Musik besser promoten
Binnen Sekunden können Labels über 2.400 Redakteure mit ihren neuen Veröffentlichungen bemustern. Die Titel stehen den Medienpartnern rund um die Uhr via Internet zur Verfügung.

Digital Sales Service (DSS) – Sales Reports in Bestform
Mit der Standardisierung und Normierung von optimalen Abrechnungsdaten aus dem Download- und Streaming-Bereich ist der DSS das optimale Tool zur Aufbereitung von Digital Sales Reports.

DigiAS – Metadaten leicht gemacht
Der Digitale Artikelstamm (DigiAS) ist ein Verzeichnis digital vertriebener Medienprodukte mit Details zu mehr als fünf Millionen Produkten und über 42 Millionen Tracks. Dazu zählen Audio- und Videoprodukte sowie E- Books und Mobile Content. Der DigiAS stellt damit die Schnittstelle zwischen Digitalvertrieben und Marktforschungsunternehmen dar.

musicline.de – Gute Musik einfach finden
Die Musiksuchmaschine verzeichnet fast alle in Deutschland erhältlichen Songs und Alben und ist die umfangreichste Musikdatenbank im deutschsprachigen Netz.