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Die digitalen Vertriebswege gewinnen für die Musikindustrie weiter an Bedeutung. Fast 27 Prozent der Umsätze werden über den Internet-Versandhandel, Downloadshops oder Mobile-Angebote erzielt. Tendenz: weiter steigend. Digitale Vertriebswege gewinnen MarktanteileDas Internet wird als Vertriebsweg für Musikprodukte immer wichtiger. Auf die digitalen Vertriebswege Internet- Versandhandel, Downloadshops und Mobile entfielen 2008 bereits 26,7 Prozent aller Umsätze. 2007 waren es noch 24,8 Prozent. Vor allem Download-Händler wie iTunes oder Musicload konnten ihren Anteil signifikant von 3,6 Prozent in 2007 auf 5,1 Prozent in 2008 steigern. Auch der Internet-Versandhandel über Anbieter wie Amazon oder Buch.de gewann 0,8 Prozentpunkte auf 19,1 Prozent in 2008. Nur der Anteil der Mobile- Händler geht leicht von 2,9 Prozent 2007 auf 2,5 Prozent 2008 zurück. Das ist vor allem auf das stark abflauende Geschäft mit Klingeltönen zurückzuführen, das durch den Anstieg bei sogenannten Full-Track-Downloads noch nicht ganz kompensiert werden kann. Neue Kaufimpulse im Downloadgeschäft werden für das Jahr 2009 durch den weitgehenden Wegfall von DRM (Digital Rights Management) erwartet. Elektrofachmärkte führendIm physischen Handel können die Elektrofachmärkte ihre führende Stellung weiter ausbauen. Ihr Umsatzanteil steigt im Vergleich zum Vorjahr um 0,5 Prozentpunkte auf 30,2 Prozent. Auf Platz 2 folgen die Drogeriemärkte, die ebenfalls um 0,1 Prozentpunkte auf insgesamt acht Prozent leicht zulegen können. Dagegen verliert der Lebensmitteleinzelhandel etwas an Bedeutung. Sein Umsatzanteil sinkt von 8,2 Prozent 2007 auf 7,6 Prozent in 2008. Die stärksten Umsatzeinbußen sind bei den Kauf- und Warenhäusern sowie im klassischen Versandhandel zu verbuchen. Mit 6,1 Prozent in 2008 hat sich der Anteil der Kauf- und Warenhäuser am Musikumsatz seit 2002 (12,0%) halbiert. Der Anteil des klassischen Versandhandels sinkt im Vergleich zum Vorjahr von 7,1 auf 5,9 Prozent. Auch das Club-Geschäft geht von 2,3 auf 2,0 Prozent in 2008 zurück (Abb. 14). Plattenläden stabilNach mehreren Jahren kontinuierlicher Rückgänge haben sich die Umsätze über den sogenannten Medienfacheinzelhandel stabilisiert. Der Umsatzanteil der sogenannten „Plattenläden“ ist 2008 mit 3,6 Prozent (2007: 3,7%) nahezu unverändert. Zu den Gewinnern beim Musikverkauf gehören die Buchhändler, deren Umsatzanteil von 4,5 Prozent in 2007 auf 4,9 Prozent in 2008 steigt und damit einen neuen Spitzenwert erreicht. PhonoNet: Servicepartner für Hersteller und HandelEiner der wichtigsten Partner von Tonträgerherstellern und Medienhandel ist die in Hamburg ansässige PhonoNet GmbH, eine 100%ige Tochter des Bundesverbandes Musikindustrie. Die PhonoNet GmbH hat ein umfangreiches Serviceangebot, welches von der Abwicklung der Bestellvorgänge für physische Produkte bis hin zur automatisierten Rechnungsstellung und Administration aller Geschäftsvorgänge zwischen Industrie und Handel reicht. Für den Handel wickelt PhonoNet über seinen „Clearing“-Betrieb den Bestellvorgang in enger Abstimmung mit der Musikindustrie ab. Mithilfe eines seit der Gründung von Phono- Net aufgebauten Artikelstamms übermittelt der Handel die Bestellungen an PhonoNet, wo sie für den Vertrieb der Musikfirmen aufbereitet und andie Musikfirmen übermittelt werden. Von dort werden dann die Bestellungen in kürzester Zeit an den Handel ausgeliefert. Der Rückgang der Auftragsdispositionen um 9,1% zum Vorjahr erklärt sich durch die allgemeine Marktsituation und den zunehmenden Einsatz von Vendor Managed Inventory Systemen (VMI) bei den Labels für die direkte Bestellkommunikation zwischen Industrie und Handel. PhonoNet hält einheitliche Schnittstellen zu VMI-Systemen bereit. Aufgrund des hochentwickelten Know-how bei der Datenverarbeitung versteht sich PhonoNet immer mehr als Anbieter computergestützter automatisierter Abwicklungsprozesse. So haben seit der Einführung des Angebotes von EDI-Rechnungen (seit 2003), Retourenfreigaben und Bestellbestätigungsdateien (jeweils seit 2005) durch Phono- Net diese Services kontinuierlich und stark zugenommen. In 2008 wurden fast 2,4 Mio. EDI-Rechnungspositionen und fast 4 Mio. Retourenfreigabepositionen übertragen. Das sind Wachstumsraten von 41% und 17% gegenüber dem Vorjahr. Erfreulich ist auch die Zunahme von Bestellbestätigungsdateien von 39.000 in 2007 auf 47.000 in 2008. Dem Rundfunk und der Presse steht das Musik Promotion Network (MPN) von PhonoNet zur Recherche oder zur Rundfunkbemusterung zur Verfügung. In 2008 wurden über dieses System insgesamt 200.000 Musiktitel zu Sendezwecken heruntergeladen sowie 600.000 Titel von insgesamt 3.600 Redakteuren zu Informationszwecken als Stream angehört. Seit 2008 erfolgt die komplette Archivbemusterung der ARD über das MPN, was dazu geführt hat, dass sich die Zahl der teilnehmenden Musikfirmen auf über 700 verdoppelt hat. Für die Nutzer von Portalen und Webseiten von Online- Händlern wie Saturn.de, JPC.de, Weltbild.de oder Buch.de wurden mehr als 186 Millionen Hörproben ausgeliefert. Sie ermöglichen es dem Verbraucher, in den gewünschten Titel vor dem Kauf kurz reinzuhören. Um dem Konsumenten die Auswahl und das Finden von Titeln zu erleichtern, bietet PhonoNet die größte deutschsprachige Musiksuchmaschine im Internet an: Unter www.musicline.de kann fast der gesamte Musikkatalog nach Wunschtiteln durchforstet werden. Im letzten Jahr wurden monatlich etwa 2 Millionen PIs (bzw. 350.000 Visits) gemessen. Monatlich werden etwa 800.000 Titel über die Streamingfunktion von www.musicline.de angehört (Abb. 15). |
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