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Der Verzahnung von Technologie und Inhalt schon näher gekommen - weitere Schritte sollten folgen!

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat im Rahmen der Cebit Mitte März die Digitale Strategie 2025 des BMWi vorgestellt. Dieser Zehn-Punkte-Plan sieht neben einer Stärkung der Datensicherheit und der Datensouveränität unter anderem ein Gigabit-Glasfasernetz für Deutschland bis 2025 vor, mehr Support für Startups und einen Ordnungsrahmen für Investitionen und Innovationen. Die zentralen wirtschaftlichen Infrastrukturbereiche sollen durch „intelligente Vernetzung“ stärker verbunden und neue Geschäftsmodelle für KMU, Handwerk und Dienstleistung ermöglicht werden. Industrie 4.0 soll den Produktionsstandort Deutschland modernisieren, Forschung und Entwicklung bei digitalen Technologien sollen verbessert und die Digitale Bildung gestärkt werden. Eine zentrale Maßnahme ist darüber hinaus die Gründung einer institutionsübergreifenden Digitalagentur, die sich um den „nachhaltigen Aufbau von Digitalisierungskompetenz in ökonomischer, rechtlicher und technischer Dimension“ kümmern soll.

Das alles sind gute, wichtige und richtige Ansätze, die am Wirtschaftsstandort Deutschland zu begrüßen sind! Jedoch stehen die infrastrukturellen Maßnahmen im Vordergrund; ein ausbalancierteres Verhältnis von Technologie und Inhalt gilt es weiterhin zu entwickeln.  Denn es sind die Kreativbranchen, die mit ihren Produkten einen Großteil der Online-Inhalte produzieren und finanzieren. Politik und Wirtschaft werden sich auch offen und transparent der Plattformökonomie stellen müssen. Mit der Installation der High Level Konferenz am 18. September letzten Jahres ist das BMWi in Zusammenarbeit mit der Kreativwirtschaft dieser thematischen – und damit hoffentlich zeitnah auch politischen - Verzahnung der beiden Bereiche einen wichtigen Schritt nähergekommen, dem jedoch weitere folgen sollten. 

Passenderweise führt uns in dieser Woche zum 25. Mal der ECHO die Bedeutung der Musikwirtschaft mit den von ihr hergestellten Produkten eindrucksvoll vor Augen! Als Leuchtturm der Branche ist er jedes Jahr eine Tour d’Horizont durch die Themen, die Deutschland aktuell musikalisch bewegen. Alle Künstlerinnen und Künstler, die dort ausgezeichnet werden oder auftreten, finden in erheblichem Maß eben auch online statt, in Download-Shops, bei Streaming-Diensten und in den Sozialen Netzwerken. Ohne sie und die Musik, für die sie stehen, wäre nicht nur unser Leben, sondern auch das Internet ein ganzes Stück leerer und die Plattformen und eine Reihe von Angeboten ärmer. Es kann also keine Frage sein, ob Content- und Technologiebranchen in einer Digitalen Strategie auf Augenhöhe stattfinden, sondern wie und wo genau.
Dieser Frage nähern wir uns auch bei der dritten Kulturkonferenz am Vortag des ECHO. Es geht dort um „Verantwortungskultur im Internet". Ein Thema, das derzeit in vielen Kontexten und unter ganz unterschiedlichen Gesichtspunkten diskutiert wird; vielen wird zum Beispiel erst im Zusammenhang mit der kaum noch steuerbaren Kommentarkultur auf Facebook bewusst, wie sehr es auch im Netz klarer Regeln bedarf, dass auch dort jeder Akteur Verantwortung für sein oder ihr Handeln trägt. Bei unserer Kulturkonferenz am 6. April beschäftigt uns mit Blick auf den Verantwortungsraum Internet im Netz aus der wirtschaftlichen Perspektive ganz konkret, wie faire gesellschaftliche und ökonomische Spielregeln für alle Beteiligten aussehen können und wie man diese am besten umsetzt. Hier gibt es gerade in der Auseinandersetzung mit der Politik viele offene Fragen. Und Sie sind, gerade im Austausch und mit Blick auf eine „Weiterbildung“ der Politik, wie immer herzlich eingeladen, sich inhaltlich einzubringen.


In diesem Sinne freue ich mich auf eine spannende und intensive gemeinsame Branchenwoche!

Kontakt

Sigrid Herrenbrück
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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