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Inhalte und Technologie – Märkte gemeinsam erschließen

Die ECHO-Woche, beginnend mit der Kulturkonferenz am Mittwoch, endet nach der Live-Gala gestern Abend nun heute um 20.15 mit der TV-Show bei VOX. Aber schon bis hierhin waren es sehr intensive und inspirierende Tage, eingeläutet durch die Präsentation eines Positionspapiers der DCA, der Deutschen Content Allianz, am Mittwochmorgen. Dass sich acht Verbände der Kultur- und Kreativwirtschaft auf eine Content Charta einigen konnten, ist einerseits ein großartiges Signal! Und zeigt doch andererseits: Die Lage für die Inhaltebranchen in der digitalen Ökonomie ist ernst. Ich habe in den letzten Tagen immer wieder gehört: „Aber das, was Ihr da fordert, ist doch nicht wirklich neu, das erzählt Ihr doch schon seit Jahren!“ Das stimmt, aber das ist doch das erst recht Bestürzende: Dass wir seit Jahren auf ein zunehmend schwieriges Umfeld für die Kreativwirtschaft hinweisen müssen: nicht ausbalancierte Rahmenbedingungen zugunsten der Plattformen und ungeklärte Haftungsfragen im digitalen Raum. Ursächlich für beides ist ein mangelndes Verständnis dafür, dass es eine gesellschaftliche Errungenschaft ist, mit geistigem Eigentum Wertschöpfung generieren zu können. Dass erst dadurch Künstlersein als Beruf möglich wird und damit wiederum echte kulturelle Vielfalt, nicht Staatskunst.

Und trotzdem sitzen wir, die Inhaltebranchen, die die zahllosen Angebote der digitalen Welt mit Leben füllen, auch beim nächsten Digitalgipfel des BMWi wieder eher am Katzentisch, müssen uns unseren Platz durch unermüdliches Argumentieren immer wieder erkämpfen. Das ist mehr als absurd, denn die Kultur- und Kreativwirtschaft ist eine bedeutende Branche, 2015 in Deutschland mit einem Jahresumsatz von inzwischen 150 Mrd. Euro, mehr als 1,6 Mio. Erwerbstätigen und einer Bruttowertschöpfung von 65,5 Milliarden Euro, das sind rund 2,2 Prozent der Bruttowertschöpfung.

Das alles ist in der Tat nicht neu. Trotzdem führt das Wissen darum zu keiner adäquaten Verankerung der Branchen im politischen Diskurs. Dabei erlebt jeder von uns jeden Tag, wie spannende Inhalte oder kreative Produkte unseren Alltag ganz selbstverständlich durchdringen, uns unter Spannung setzen, uns entspannen, begeistern, bewegen. Unabhängig vom Transportweg. Es geht immer um den Song, den Roman, die Story. Gleichzeitig brauchen Inhalte aber natürlich auch den Transportweg, um stattzufinden. Insofern ist die Kultur -und Kreativwirtschaft in ihrer Wirkung abhängig von Prozessen technologischer, medialer Veränderung – und gleichzeitig ist sie dadurch auch die treibende Kraft dahinter.

Allerdings ist das Neue, das nun die Digitalisierung mit sich bringt, allumfassend und passiert in unfassbar hohem Tempo. Es verändert unser tägliches Leben in jeder Hinsicht und auch die Medien – Digitalisierung heißt Medien 360°. Das hat zwar an sich nichts mit den Inhalten selbst und ihrer Bedeutung zu tun. Und zeigt doch wiederum sehr klar: Technologie und Inhalte bedingen einander und brauchen einander.

Deshalb hatten wir für unserer Kulturkonferenz in diesem Jahr als Überschrift gewählt: „Inhalte und Technologie – Märkte gemeinsam erschließen“. Wir müssen weg von der Konfrontation. Vielmehr müssen wir als Kreativbranchen schlicht mehr Selbstbewusstsein entwickeln! Und uns als Gesellschaft rate ich, gerade in diesen Zeiten des Umbruchs mehr - und nicht weniger - Kultur zu wagen! Denn es ist immer die Kultur, die die gesellschaftlichen und technologischen Entwicklungen reflektiert und Veränderungen schafft. Und ohne kreative Inhalte keine Kultur. Mit anderen Worten: Ohne Content geht es nicht! Also tut was dafür!  

Hier gehts zum offiziellen Aftermovie der Kulturkonferenz 2017

Kontakt

Sigrid Herrenbrück
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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