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„Musikfan, männlich, 33...“: Noch ist die Streaming-Gemeinde in Deutschland eher klein, sie hat aber großes Wachstumspotenzial


Musikstreaming* steht in Deutschland noch am Anfang, hat jedoch gute Zukunftsaussichten. Das geht aus der Streamingstudie hervor, die der Bundesverband Musikindustrie e.V. (BVMI) und die GfK am heutigen Mittwoch in Berlin vorgestellt haben. Demnach nutzen derzeit insgesamt 11,6 Millionen Deutsche Musikstreaming-Angebote. 8,3 Millionen von ihnen sind für die Musikindustrie umsatzrelevant, das bedeutet, Nutzer eines Premium-Accounts (2,5 Mio.) oder eines werbefinanzierten (Ad-funded) Zugangs mit einer Nutzung von mehr als 1,5 Stunden in der Woche (6,4 Mio.). Bis 2018 rechnen die Marktforscher mit einer Verdopplung der Nutzerzahlen. Bereits im vergangenen Jahr war Streaming mit einer Steigerung von 78,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr der Wachstumstreiber des deutschen Musikmarktes.
 
Es sind vor allem Männer, große Musikfans und Anfang 30, die das Streaming für sich entdeckt haben. Für die Hälfte der Bevölkerung ist diese neue Musik-Nutzungsform der Studie zufolge jedoch noch keine Option. Als wichtigsten Hinderungsgrund nennt die Mehrheit der Nichtnutzer (65%) kontinuierliche Zahlungen in Form eines Abo-Modells. Verstärktes Marketing, der flächendeckende Einbau der Streaming-Technologie in Autos und attraktive (Bundle-)Angebote könnten jedoch dazu beitragen, eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen. Denn es gibt viel Potential: Immerhin 12,8 Mio. der derzeitigen Streaming-Abstinenzler können sich vorstellen, innerhalb der kommenden  sechs Monate einen Streamingdienst zu nutzen. Die Studie analysiert fünf verschiedene Nicht-Nutzergruppen, besonders wahrscheinlich ist eine baldige Adaption in den Nutzergruppen „Premium“ und „Free“.

„Die jüngste Form der Musiknutzung entwickelt sich dynamisch neben dem stabilen physischen Markt und einer sehr vielfältigen Radiolandschaft. Dennoch gibt es deutlich Luft nach oben. Uns muss es vor allem darum gehen, Menschen von den Premium-Diensten zu überzeugen, denn hiermit wird die Musikindustrie künftig den größten Umsatz erwirtschaften“, stellt BVMI-Geschäftsführer Dr. Florian Drücke fest. „Gleichwohl: Das Nebeneinander von „digital“ und „analog“ macht aktuell die Stabilität des deutschen Marktes aus und wir gehen davon aus, dass dieser Mix auch weiter bestehen wird.“
 
Für die Studie hat die GfK im Auftrag des BVMI im September 2014 unter insgesamt 2.000 Personen ab 14 Jahren eine repräsentative Online-Untersuchung durchgeführt. Ziel der ausführlichen Analyse war es, belastbare Aussagen zum aktuellen Status der Streaming-Verbreitung in Deutschland treffen zu können und Treiber und Barrieren für die Nutzung zu identifizieren, die der Musikindustrie als Grundlage für künftige Weichenstellungen in diesem dynamischen Umfeld dienen können.
 
Auszüge aus der Studie sind über den BVMI kostenfrei erhältlich.
 
*Für die Studie wurde Musikstreaming ausschließlich als Nutzung der werbefinanzierten und Premium-On-Demand-Plattformen wie Spotify, Deezer, Juke u.ä. definiert. Das heißt, der User muss sich registrieren, um Musik nach Wunsch aufrufen zu können. Die Nutzung von Videostreaming-Plattformen ohne Registrierungspflicht wurde für die Studie explizit nicht berücksichtig

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