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(c) BVMI/Markus Nass

„Politische Investition in gute Rahmenbedingungen auch gesellschaftliche Investition in die Bedingungen der Demokratie“

Siebte Kulturkonferenz des Bundesverbandes Musikindustrie

Hamburgs Senator für Kultur und Medien Carsten Brosda: „Politische Investition in gute Rahmenbedingungen auch gesellschaftliche Investition in die Bedingungen der Demokratie“ //// BVMI-Chef Florian Drücke ruft für Umsetzungsphase der Urheberrechtsrichtlinie zur Versachlichung der Diskussion auf

Zur Stunde veranstaltet der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) seine traditionelle Kulturkonferenz. Die inzwischen siebte Ausgabe ist überschrieben mit der Fragestellung: „Wo steht die Musikindustrie vor den EU-Wahlen 2019?“ Rund 200 Vertreterinnen und Vertreter der Musikbranche, der Politik und angrenzender Branchen treffen sich derzeit in der Landesvertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund in Berlin-Mitte.


Hamburgs Senator für Kultur und Medien Dr. Carsten Brosda hatte die Konferenz am Morgen mit seiner Keynote eröffnet und betont:  “Die gesamte Kreativbranche muss sich seit Jahren mit den durch die fortschreitende Digitalisierung ausgelösten Veränderungen auseinandersetzen. Die Musikwirtschaft hatte hier eine Vorreiterrolle und musste sich dabei früher als andere auf die tiefgreifenden Veränderungen einstellen. Die Politik muss dabei auf die Einhaltung bestimmter Regeln achten. Dabei ist es die Frage, wie es Europa gelingen kann, weder dem rein marktgetriebenen noch dem rein staatsgetriebenen Weg der Digitalisierung zu folgen, sondern einen eigenen gesellschaftsgetriebenen Weg zu finden. Dabei ist die politische Investition in gute Rahmenbedingungen auch eine gesellschaftliche Investition in die Bedingungen der Demokratie.“

 

Die vollständige Rede des Senators finden Sie hier.

Dr. Florian Drücke, der BVMI-Vorstandsvorsitzende, unterstrich in seiner Keynote: „Die Verabschiedung der Richtlinie im EU-Parlament war ein sehr großer Schritt, denn hier wurde ein wesentlicher Punkt deutlich gemacht: nämlich, dass aktive Plattformen mehr Verantwortung übernehmen müssen.“ Mit Blick auf die Umsetzungsphase rief er zur Versachlichung der Diskussion auf: „In demokratischen Prozessen sollte allen bewusst sein, dass es immer auch um das Finden von Kompromissen geht. Dieses Bewusstsein ließ die Art und Weise der Auseinandersetzung oft vermissen. Die Umsetzungsdiskussionen sollten nach der Zustimmung im Rat auf Basis des geltenden Rechts erfolgen und nicht zu einem Ausflug in ein digitales Wolkenkuckucksheim führen.“


Darüber hinaus kündigte er eine neue Formatreihe an: Beim Music Founders‘ Breakfast werde der BVMI künftig regelmäßig Unternehmer, die mit Musik am Markt neue Wege gehen wollen, zum Austausch in kleinem Kreis einladen. Das erste Music Founders‘ Breakfast findet im Mai statt.

Mit Blick auf das übergeordnete Thema „Europa“ warf im Anschluss zunächst John Nolan, Finanzchef des BVMI-Dachverbandes IFPI (International Federation of the Phonographic Industry), einen Blick auf die europäischen Musikmärkte. Er stellte fest, die Verbreitung digitaler Formate habe sich in Belgien, Deutschland oder Frankreich langsamer vollzogen als etwa in Spanien oder den Niederlanden, darunter hätten zuletzt die Wachstumsraten gelitten. 2019 jedoch seien Zuwächse wahrscheinlich. Das gilt insbesondere für Deutschland, das 2018 mit einem leichten Minus von 0,4 Prozent abgeschlossen hatte.

Die erste Podiumsrunde eröffnete Prof. Dr. Gisela Schmalz, Professorin für Strategie und Wirtschaftsethik und Sachbuchautorin. Unter der Überschrift „Schlagende Wellen gegen Gesetzesvorschlag – Die EU-Urheberrechtsreform und ihre Gegner“ ordnete sie zunächst die Debatte der vergangenen Wochen und Monate ein.

Im Anschluss analysierte sie gemeinsam mit Ansgar Heveling, MdB, CDU, Nikolaus von Peter, dem politischen Referenten der Vertretung der EU-Kommission in Deutschland, und Dr. Stephanie Schulz-Hombach, Ministerialdirigentin bei der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, den komplexen gesetzgeberischen Prozess hinter der EU-Urheberrechtsreform, moderiert von René Houareau, Geschäftsführer Recht & Politik beim BVMI.

Das zweite Podium hat um kurz nach 12.00 Uhr begonnen. Hier blicken Nicola Beer, MdB, Staatsministerin a.D. und Generalsekretärin der FDP, und Martin Rabanus, MdB, Sprecher für Kultur und Medien der SPD-Bundestagsfraktion, auf die anstehenden Europawahlen und stellen in einem „Policy Pitch“ auf die Positionen der Parteien für die Kultur- und Kreativwirtschaft. Der Generalsekretär der Europäischen Bewegung Deutschland, Bernd Hüttemann, führt durch die Diskussion.

Die Kulturkonferenz 2019 wird gegen 13.00 Uhr mit der Keynote von Christian Hirte, dem Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesminister für Wirtschaft und Energie, schließen. 

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