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Grundlagen

Der Bundesverband Musikindustrie e. V. (BVMI) vertritt die Interessen von Musikunternehmen oder „Labels“, umgangssprachlich meist „Plattenfirmen“ genannt. Basierend auf § 85 UrhG werden diese Unternehmen wiederum traditionell als Tonträgerhersteller bezeichnet, wobei der Begriff „Tonträger“ einer permanenten Veränderung unterliegt und der Terminus „Tonträgerhersteller“ sicher nicht mehr vollständig der immer komplexer werdenden Rolle dieser Unternehmen gerecht wird, zumal darin noch sehr stark der physische Herstellungsbegriff anklingt. Die Tonträgerhersteller sind  klar von den Musikverlagen zu unterscheiden, die ihrerseits im wesentlichen Rechte an Text und Komposition,  aber nicht an den Tonaufnahmen wahrnehmen.

Tonträgerhersteller sind zum einen Rechteerwerber (denn sie benötigen zur Herstellung und Verbreitung der Aufnahmen sowohl die Nutzungsrechte der ausübenden Künstler als auch der Komponisten und Autoren), zum anderen sind sie Rechteinhaber (sowohl an originär bei ihnen entstehenden Tonträgerherstellerrechten als auch an abgeleiteten, insbesondere von ausübenden Künstlern erworbenen Rechten). Sie sind deshalb Lizenznehmer der GEMA, vor allem bei traditionellen „Tonträger-Formaten“, wie etwa CDs und Musik-DVDs. Daneben sind sie zugleich Wahrnehmungsberechtigte der Verwertungsgesellschaft GVL, die den Tonträgerherstellern und ausübenden Künstlern zugewiesene Vergütungsansprüche wahrnimmt.

Auf der Rechteerwerbsseite lässt sich in der Regel zwischen den Konstellationen „Künstlervertrag mit korrespondierendem Produzentenvertrag“ und dem „Bandübernahmevertrag“ unterscheiden. Im Falle des Künstlervertrags stellt der Künstler u.a. seine Leistungsschutzrechte exklusiv bereit, während das Unternehmen als  wirtschaftlicher Produzent  die Produktion bei einem sogenannten  künstlerischen Musikproduzenten  in Auftrag gibt. Im Rahmen eines Bandübernahmevertrags stellt der Vertragspartner die fertige Aufnahme bereit und lizenziert die Leistungsschutzrechte der Künstler sowie die Tonträgerherstellerrechte exklusiv an das Unternehmen. Die so erworbenen Rechte werden von den Tonträgerherstellern dann gegebenenfalls an Dritte weiterlizenziert – beispielsweise im Rahmen von Vereinbarungen mit Online-Diensten. Insgesamt nehmen die Tonträgerhersteller eine zentrale Position im Ökosystem der Musikwirtschaft ein.