Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit der vergangenen Jahre spiegelt sich durch einen anhaltend hohen Anteil nationaler Produktionen in den Charts wider. Deutsche Interpreten dominieren die Top 100 Albencharts. Allein elf nationale Produktionen platzieren sich unter den Top 20. Das Gesamtangebot von Tonträgern steigt weiter und erreicht mit 226.561 Titeln einen neuen Spitzenwert.
Auch in 2008 war deutsche Musik bei den Musikhörern gefragt. Mit acht bzw. elf Platzierungen konnten sich deutsche Interpreten in den Top 20 der Single- und Longplay-Jahrescharts 2008 behaupten. Erfolgreichstes deutsches Album 2008 war die CD „Vom Selben Stern“ des Musikprojektes ICH + ICH von Annette Humpe und Adel Tawil. Auf Platz 2 der Jahrescharts mussten sie sich nur Amy Winehouse mit ihrem bereits 2006 veröffentlichten Album „Back to Black“ geschlagen geben. Stärkste deutsche Single des Jahres 2008 wurde Schnuffel mit dem „Kuschel Song“ auf Platz 4 gefolgt von ICH + ICH mit ihrem Hit „So soll es bleiben“ auf Platz 7. Insgesamt dominieren die deutschen Interpreten in diesem Jahr mit insgesamt 58 Musikproduktionen die Top 100 der Longplay-Jahrescharts.
Weil Compilations und Soundtracks stärker als in den Vorjahren in den Longplay-Charts vertreten sind, ging der Anteil deutscher Musikproduktionen von 38,8 Prozent in 2007 auf 36,3 Prozent in 2008 leicht zurück. Das Gleiche gilt auch für internationale Produktionen, die 2008 mit 39,4 Prozent erstmals seit zehn Jahren unter die 40-Prozent-Marke rutschten. Dagegen stieg der Chartanteil der Compilations um zwei auf 21,3 Prozent. Soundtracks konnten in den Charts ebenfalls um 1,8 Prozentpunkte auf drei Prozent Chartanteil zulegen. Erfolgreichste Produktionen waren hier „Keinohrhasen“ und der Soundtrack zum Film „Mamma Mia!“ (Abb. 20). Neben ICH + ICH platzierten sich Die Ärzte mit ihrem Album „Jazz ist anders“ und Udo Lindenberg mit seinem Comeback „Stark Wie Zwei“ auf Platz 4 und 5 unter den Top Ten der Longplay Jahrescharts. Insgesamt konnten sich in 2008 elf deutsche Produktionen unter den Top 20 behaupten. Darunter „Männer sind primitiv, aber glücklich“ von Mario Barth (Platz 11), „Wettsingen in Schwetzingen“ Söhne Mannheims vs. Xavier Naidoo (Platz 13), „Die Suche geht weiter“ Rosenstolz (Platz 15), „Sehnsucht“ von Schiller (Platz 16), der Soundtrack zum Film „Keinohrhasen“ (Platz 17), „Plan A!“ von ECHO-Preisträger und DSDS-Gewinner Thomas Godoj (Platz 18), „Was muss muss“ von Herbert Grönemeyer auf Platz 19 sowie das Album „Ewig“ von Peter Maffay auf Platz 20. Das Rennen um die Chartanteile bei den Singles konnten in diesem Jahr die internationalen Künstler für sich entscheiden. 56 Prozent der Top 100 entfallen auf internationale und 44 Prozent auf nationale Interpreten. Mit 51 zu 49 Prozent hatte es in 2007 noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen gegeben (Abb. 21).  - Abb 20: Anteile nationaler und internationaler Longplay-Produktionen
 - Abb 21: Anteile nationaler und internationaler Single-Produktionen
Die offiziellen deutschen Musikcharts werden im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie von media control erstellt. Neben den Top 100 Single- und Longplaycharts werden weitere Repertoirecharts ermittelt. Dazu gehören die Top 20 Klassikcharts, die Top 20 Schlagercharts sowie die Jazzcharts und erstmalig seit Herbst 2008 auch die Top 10 der Comedyund die Top 20 der Newcomercharts.
Die Musikvideo-, Klassik-, Jazz-, Schlagercharts sowie die Comedy- und Newcomercharts werden nach derselben Methodik ermittelt wie die Top 100 Charts. Die Zuordnung zu den Genre-Charts Klassik, Jazz und Schlager erfolgt grundsätzlich nach Maßgabe der Genre-Einzeichnung im PhonoNet-Artikelstamm, die durch die Firmen selber vorgenommen wird. Die Charts sind für Konsumenten, Medien, den Handel und die Musikwirtschaft nach wie vor das wichtigste Erfolgs- und Trendbarometer.  - Abb 22: Gesamtangebot von Pop- und Klassiktonträgern
Das Gesamtangebot von Pop- und Klassiktonträgern wuchs in 2008 auf 226.561 Titel (Singles und Alben). Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Anstieg um weitere 12.177 verfügbare Titel oder knapp sechs Prozent. Rund drei Viertel des Gesamtangebotes entfallen auf das Segment Pop und ein Viertel auf das Segment Klassik, das auch 2008 – wie in den Jahren zuvor – weiter zulegen konnte. So stieg das Angebot an klassischer Musik um weitere 5,9 Prozent auf insgesamt 55.717 verfügbare Titel. Im Bereich Pop stieg die Anzahl der verfügbaren Titel um 5,6 Prozent auf insgesamt 170.844 (Abb. 22). Bei den Umsatzanteilen der verschiedenen Genres gab es 2008 kaum signifikante Veränderungen zum Vorjahr. Pop und Rock können leicht zulegen und sind mit 35,5 (2007: 35%) und 20,7 (2007: 19,8%) Prozent nach wie vor die wichtigsten Umsatzträger der Branche. Der Umsatzanteil der Klassik sinkt leicht von 7,5 Prozent in 2007 auf 6,8 Prozent in 2008. Ebenfalls gesunken ist der Umsatzanteil der Schlager. Nach 2007 mit 8,3 Prozent entfallen auf dieses Genre 2008 noch 6,6 Prozent der Umsätze. Volksmusik steigert seinen Umsatzanteil um 0,5 Prozentpunkte auf insgesamt zwei Prozent. Auf den Dance-Bereich entfallen 4,8 Prozent nach 4,3 Prozent im Vorjahr. Keine Veränderungen gab es bei den Kinderprodukten mit 5,9 Prozent Umsatzanteil und den Hörbüchern mit sieben Prozent.  - Abb 24: Umsatzanteile der einzelnen Repertoiresegmente am Gesamtumsatz
 - Abb 23: Absatz von Longplays nach Pop und Klassik
Die 25 erfolgreichsten Titel Die 25 erfolgreichsten Titel Die drei erfolgreichsten Titel Die drei erfolgreichsten Titel Die 25 erfolgreichsten Titel
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