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» Internet + Tauschbörsen
Das Internet ist eine schier unerschöpfliche Quelle von Musik. Das Angebot reicht von Online-Händlern die CDs und DVDs verkaufen, über Downloadshops bei denen Songs und Alben direkt auf den PC, das Handy oder den MP3-Player heruntergeladen werden, bis zu Internet-Radiosender, Streamings oder Musik-On-Demand-Angeboten, bei denen der Nutzer entscheiden kann, wann er ein bestimmtes Musikstück hören will. Die Vielzahl legaler Angebote hat es aber schwer, sich neben der illegalen Konkurrenz in Tauschbörsen, Blogs, Newsgroups oder bei sogenannten Sharehostern zu behaupten. Allein in Deutschland wurden im Jahr 2006 mit 374 Millionen Songs 14mal mehr Lieder illegal aus dem Internet heruntergeladen, als legal über Downloadshops verkauft.
In Peer-to-Peer-Netzwerken - umgangssprachlich Tauschbörsen genannt – schließen sich mehrere Internetnutzer zu dem Zweck zusammen, über das Web Dateien auszutauschen bzw. vom Rechner eines anderen Nutzers auf den eigenen PC zu kopieren. Oft handelt es sich dabei um urheberrechtlich geschützte Dateien wie Musik, Filme, Software, Games oder Hörbücher. Sowohl das Anbieten wie auch das Herunterladen urheberrechtlich geschützter Inhalte sind illegal. Allein bei Musik verursacht Internet-Piraterie bei Songschreibern, Künstlern, der Musikindustrie und dem Steuerzahler einen jährlichen Schaden in dreistelliger Millionenhöhe.
Die „Mutter“ aller Tauschbörsen ist Napster. Obwohl das Grundprinzip gleich geblieben ist, gibt es heute viele unterschiedliche Systeme wie beispielsweise eDonkey, eMule, BearShare oder BitTorrent. Neben den Tauschbörsen gibt es mittlerweile verschiedenste Formen der Internet-Piraterie. So werden z.B. in Foren und Blogs Musikdateien „gepostet“ und mehr oder weniger professionell strukturierte „Release-Groups“ versorgen sich mit – oft noch nicht veröffentlichten – Songs und Alben. Eine stark zunehmende Form der Internet-Piraterie läuft über so genannte Sharehoster wie z.B. rapidshare.de. Hier werden zunächst Musikdateien auf eine virtuelle Festplatte im Netz abgelegt und anschließend wird das dazugehörige Download-Link über Blogs und Foren verbreitet.
Wer illegale Musikdateien anbietet oder herunterlädt ist muss mit empfindlichen Strafen und Kosten rechnen. Seit Anfang 2004 geht die Musikindustrie rechtlich gegen Internet-Piraterie vor. Sowohl gegen Privatnutzer, die illegal Musik in Tauschbörsen anbieten, wie auch gegen die Betreiber von Tauschbörsen (Server/Hosts). Allein im 1. Halbjahr 2007 wurden 25.000 Strafanzeigen gestellt. Die überwiegende Mehrzahl der Verfahren mündet in einem außergerichtlichen Vergleich, bei dem die Betroffenen je nach Zahl der angebotenen Dateien und ihrer wirtschaftlicher Situation mit Kosten von 500 – 2.000 Euro rechnen müssen. Die Gelder fließen in die Bekämpfung und die Aufklärung zum Thema Internet-Piraterie. Das Konzept der Aufklärung, Abschreckung, Abmahnung zeigt Erfolge: So ist die Zahl illegaler Downloads von über 600 Millionen im Jahr 2003 auf 374 Millionen im Jahr 2006 zurückgegangen.
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