INTERNATIONALES

Arbeit und Investitionen der Musikfirmen haben auch 2019 für Wachstum in den Musikmärkten gesorgt: Weltweit sind die Einnahmen aus Musikverkäufen um 8,2 Prozent gewachsen. Die Streaming-Erlöse legten um fast 23 Prozent zu. 341 Millionen Menschen nutzen bezahlte Streaming-Dienste. Lateinamerika ist zum fünften Mal in Folfe die Region mit den höchsten Zuwächsen.

Die Musikindustrie ist 2019 global erneut gewachsen; damit schloss der Weltmarkt zum fünften Mal in Folge mit einem Plus (Abb. 25). In Summe erreichten die Einnahmen aus Musikverkäufen 20,2 Milliarden US-Dollar, gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung von 8,2 Prozent. Das kumulierte Streaming-Geschäft wuchs international um 22,9 Prozent auf 11,4 Milliarden US-Dollar und machte damit erstmals mehr als die Hälfte (56,1 %) der weltweiten Brancheneinnahmen aus (Abb. 26). Die Zuwächse im Streaming-Bereich konnten den Rückgang des physischen Geschäfts (–5,3 %) mehr als ausgleichen, der sich allerdings gegenüber dem Vorjahr auch nahezu halbiert hat (2018: –10,3 %). Die in Deutschland seit 2007 andauernde Renaissance der Schallplatte ist weiterhin auch international zu beobachten: Vinyl legte um 5,3 Prozent zu und trägt 16,4 Prozent zum physischen Geschäft bei.

ABB. 25: Weltweiter Umsatz aus dem Musikverkauf 2009 –2019

Treiber des globalen Marktwachstums war das Streaming über kostenpflichtige Abonnements, das einen Anstieg von 24,1 Prozent verzeichnete. Ende 2019 gab es weltweit 341 Millionen NutzerInnen kostenpflichtiger Streaming-Dienste (+33,5 %), die allein 42 Prozent der weltweiten Einnahmen aus Musikverkäufen beitrugen.

ABB. 26: Umsatzanteile der einzelnen Segmente am weltweiten Umsatz im Jahr 2019

Zu den Top-10-Musikmärkten zählten dieselben Länder wie in den Vorjahren: Die USA und Japan belegten die Plätze 1 und 2, auf Platz 3 und 4 lagen erneut Großbritannien und Deutschland gefolgt von Frankreich, Südkorea und China auf den Plätzen 5, 6 und 7. Brasilien rangiert, wie im Jahr zuvor, auf Platz 10. Die einzige Veränderung: Kanada hat einen Rang gutgemacht und liegt nun auf Platz 8 vor Australien auf Platz 9.

Nach Regionen betrachtet (Abb. 27) wuchs Lateinamerika das fünfte Jahr in Folge stärker (+18,9 %) als alle anderen Teile der Welt. Ursache ist die hohe Dynamik in den drei größten Märkten Brasilien (+13,1 %), Mexiko (+17,1 %) und Argentinien (+40,9 %).

Asien zeigte mit einem Plus von 3,4 Prozent ein etwas geringeres Wachstum als 2018, dies war jedoch größtenteils auf Japan (–0,9 %) zurückzuführen, das einen Rückgang der physischen Verkäufe, seines dominierenden Marktsegments, um 4,8 % verzeichnete. Andere asiatische Märkte wuchsen dagegen deutlich, insbesondere Südkorea, China und Indien (+8,2 %, +16,0 % bzw. +18,7 %).

Australasien legte um 7,1 Prozent zu, wobei die Gesamteinnahmen im digitalen Bereich um 11,6 Prozent wuchsen und die Einnahmen im physischen Geschäft um 20,4 Prozent zurückgingen. Australien steigerte den Branchenumsatz um 6,0 Prozent, Neuseeland um 13,7 Prozent.

Die USA und Kanada verzeichneten 2019 zusammen ein Wachstum von 10,4 Prozent und hatten mit 39,1 Prozent den größten Anteil am globalen Markt. Für sich genommen wuchs der US-amerikanische Musikmarkt um 10,5 Prozent und erlebte damit ebenfalls das fünfte Wachstumsjahr in Folge. Kanada, das 2018 weitgehend unverändert geblieben war, legte 2019 um 8,1 Prozent zu.

Europa, die zweitgrößte Region der Welt, verzeichnete ein Plus von 7,2 Prozent nach einer Stagnation im Vorjahr (2018: +0,1 %). Deutliche Zuwächse gab es 2019 in Großbritannien (+7,2 %), Italien (+8,2 %) und Spanien (+16,3 %). Auch Deutschland wuchs kräftig, allerdings weicht die von IFPI für den deutschen Markt angegebene Wachstumsrate (+5,1 %) von den Zahlen des BVMI (+8,2 %, siehe Kapitel „Umsatz“) ab, da IFPI bei der Berechnung der Gesamtumsätze des Musikmarkts auch die Einnahmen aus Synchronisation und Leistungsschutzrechten einbezieht, während der BVMI diese Einnahmen lediglich mit abbildet (siehe Abb. 2).

Das Land mit dem höchsten Digitalanteil im europäischen Markt war 2019 Russland: Mit 83,2 Prozent lag es noch deutlich vor den skandinavischen Digitalpionieren (Norwegen: 77,9 %, Schweden 76,3 %, Dänemark: 64,6 %).  Dies ist darauf zurückzuführen, dass der physische Markt in Russland sehr klein ist und die Konsumentinnen und Konsumenten 2019 in großem Umfang legale Musikstreaming-Angebote angenommen haben. Die hohe Bevölkerungszahl fördert das daraus resultierende digitale Wachstum zusätzlich.

ABB. 27: Wachstum in den vier Regionen 2019
ABB. 28: Umsätze aus dem europäischen Musikverkauf