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Der Musikmarkt ist 2016 weltweit um 5,9 Prozent gewachsen. Dabei ist Streaming der Wachstumstreiber, der das Musikgeschäft revolutioniert.

Digitalgeschäft macht erstmals die Hälfte des globalen Gesamtumsatzes aus

Der Musikmarkt ist im Jahr 2016 weltweit um 5,9 Prozent auf insgesamt 15,7 Milliarden US-Dollar gewachsen. Nachdem 2015 das erste signifikante globale Wachstum der Branche seit fast zwei Jahrzehnten verzeichnet worden war, sind diese knapp 6 Prozent die größte Steigerungsrate seit dem Beginn der Markterhebung durch die International Federation of the Phonographic Industry (IFPI) im Jahr 1997.

 

Verantwortlich für diesen Anstieg ist eindeutig der Audio-Streaming-Bereich. Der Umsatz durch Streaming stieg um 60,4 Prozent und konnte die Rückgänge um 20,5 Prozent im Bereich der Downloads und um 7,6 Prozent bei den physischen Formaten mehr als ausgleichen. Mit geschätzt 112 Millionen Nutzern von Bezahl-Abonnements weltweit (laut Global Music Report 2017 verteilt auf 97 Millionen Musikabos inklusive Familienpaketen) ist 2016 durch das Audio-Streaming ein entscheidender Meilenstein passiert worden: Zum ersten Mal macht das Digitalgeschäft nun 50 Prozent des globalen Gesamtumsatzes aus. Dabei wurden auch die Einnahmen der Verwertungsgesellschaften berücksichtigt. Im Jahr 2015 nutzten dagegen lediglich 68 Millionen Menschen Musik- abonnements, was zu einem Anteil von 19 Prozent am weltweiten Gesamtumsatz führte. 2016 liegt der Umsatz- anteil des Audio-Streamings nun bereits bei 29 Prozent.

Die Musikindustrie im Transformationsprozess

Das Digitalgeschäft ist 2016 formatübergreifend um 17,7 Prozent auf 7,8 Milliarden US-Dollar gestiegen. Das Streaming treibt dabei auch das Wachstum in den sich entwickelnden Märkten, wobei Indien (+26,2 %), Mexiko (+23,6 %) und China (+20,3 %) besonders starke Zuwächse verzeichnen konnten. Von Physisch zu Digital, von Download zu Streaming, von Besitz zu Verfügbarkeit – die Musikindustrie befindet sich zurzeit in einem rapiden Transformationsprozess, in dem das Jahr 2016 einen Wendepunkt markiert: Streaming hat die breite Masse nun endgültig erreicht.

 

Der Umsatz mit physischen Formaten ging um 7,6 Prozent zurück; 2015 hatte der Rückgang lediglich 4,5 Prozent betragen, während es 2014 8,5 Prozent gewesen waren. Die Einnahmen aus dem Verkauf physischer Tonträger haben einen Anteil von 34 Prozent am weltweiten Branchenumsatz und sind in führenden Märkten wie Japan und Deutschland immer noch der wichtigste Umsatzfaktor.

 

Der Umsatzanteil der Nutzung von Musik durch Rundfunkanstalten und bei öffentlichen Veranstaltungen ist gegenüber dem Vorjahr mit 14 Prozent gleich geblieben, ebenso der Umsatzanteil im Bereich Synchronisation mit 2 Prozent.

Abb. 25: Weltweiter Umsatz aus dem Musikverkauf
Abb. 26: Umsatzanteile der einzelnen Segmente
Abb. 27: Wachstum in den vier Regionen 2016
Abb. 28: Umsätze aus dem europäischen Musikverkauf