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Sigrid Herrenbrück
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Dialog zu Musikstreaming und Vergütung

Musikindustrie unterstreicht zentrale Bedeutung ihrer Investitionen für Künstlerkarrieren

Berlin, 12. März 2026 – Im Rahmen einer Gesprächsrunde zum Musikstreaming, die heute im Bundeskanzleramt mit Kulturstaatsminister Wolfram Weimer und Vertreterinnen und Vertretern kleiner und großer Musiklabels stattfand, hat der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) den Dialogprozess grundsätzlich begrüßt. Gleichzeitig mahnte er an, dass marktwirtschaftliche Gegebenheiten und unternehmerische Perspektiven in der Debatte stärker einbezogen werden müssten. So sei bisher weitgehend unberücksichtigt geblieben, dass einer Studie des BVMI von 2024 zufolge die Zahlungen der Musikindustrie an Künstler:innen zwischen 2010 und 2022 um 132 Prozent gestiegen seien, dass die Firmen jedes Jahr ein Drittel ihrer Einnahmen in die Entwicklung und Vermarktung neuer Talente und neuer Musik investierten und dass sich der Anteil der Künstler:innen an den Einnahmen der Firmen durch direkte Zahlungen wie Vorschüsse und Lizenzzahlungen von rund 21 Prozent (2010) auf rund 43 Prozent im Jahr 2022 verdoppelt habe. Musikstreaming hat der gesamten Musikbranche nach dem Einbruch durch die Digitalisierung zur Jahrtausendwende neue Impulse gegeben und zu erheblicher Dynamik und Wachstum verholfen, davon profitieren in erheblichem Maß auch professionell Musikschaffende, wie die Studie zeigt. Es gibt heute nie dagewesene Möglichkeiten, Fans zu erreichen, mit oder ohne Partner, von denen es ganz unterschiedliche gibt.

 

Der Vorstandsvorsitzende des BVMI, Dr. Florian Drücke, stellte fest: „Wir hatten heute erstmals die Möglichkeit, dem Kulturstaatsminister unsere komplexe und auf diversen partnerschaftlichen Beziehungen aufgebaute Branche in der Tiefe zu erklären. Dass er diesen Raum geschaffen und dadurch einen offenen und konstruktiven Austausch ermöglicht hat, begrüße ich sehr. In zentralen Bereichen, wie beispielsweise dem Thema Streaming-Fraud und den Herausforderungen durch die Entwicklung und Nutzung generativer KI sowie auch der grundsätzlichen Notwendigkeit, Marktwachstum zu stimulieren und die Sichtbarkeit von lokalem Repertoire zu stärken, bestand unmittelbare Einigkeit. Auch die zentrale Herausforderung, die bislang in der Debatte nicht ausreichend berücksichtigt wurde, kam zur Sprache: Es kann heute potenziell jeder Mensch ein weltweites Publikum erreichen. Der Wettbewerb um Aufmerksamkeit ist enorm, professionell Musikschaffende treffen auf Amateure und es wird immer noch nicht von allen verstanden, dass der Upload von Musik allein noch keinen Hit macht. Für eine professionelle Karriere bedarf es starker Partnerschaften, die Künstlerinnen und Künstler freiwillig eingehen und die sie dabei unterstützen, in diesem komplexen Umfeld hör- und sichtbar zu sein.“ 

 

Drücke weiter: „In der Debatte über Vergütung scheinen marktwirtschaftliche Prinzipien zunehmend unter Druck zu geraten. Aus unserer Sicht ist gerade mit Blick auf die zunehmende Durchdringung des Musikmarktes durch generative KI entscheidend, dass wir uns einem gemeinsamen Verständnis der ökonomischen Realitäten unserer Branche nähern und betrachten, wer in Musik investiert und entsprechend ins unternehmerische Risiko geht – auch das muss Teil einer ‚Fairness-Debatte‘ sein. Gerade diesen Dialog wollen wir mit dem Kulturstaatsminister weiterführen, um das Wachstum zu fördern, an dem die gesamte Branche partizipiert.“