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13. BVMI Kulturkonferenz in Berlin
„Technische Innovation und Kreativität gehören zusammen!“ Rahmenbedingungen müssen aber verlässlich sein und Investitionen planbar bleiben
Berlin, 23. Juni 2026 – Bei der 13. Kulturkonferenz des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) ging es unter der Überschrift „Wo steht die MusiKIndustrie?“ in diesem Jahr um unternehmerische und gesetzgeberische Perspektiven, um Innovation und Wertschöpfung in Zeiten von KI. Besonders im Fokus war dabei die Frage, wie kreative Leistungen auch weiterhin geschützt werden können. Die Konferenz fand in der ESMT Berlin am Schlossplatz statt.
Christoph Behm, CEO Sony Music Entertainment GSA und BVMI-Vorstand, betonte in seiner Keynote: „Technische Innovation und Kreativität gehören zusammen. Labels investieren jeden Tag in Künstlerinnen und Künstler, entwickeln neue Talente, bauen Repertoire auf. Damit das auch in Zukunft gelingt, müssen die Rahmenbedingungen verlässlich sein und Investitionen planbar bleiben, das ist entscheidend für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland.“
Zuvor hatte die Repräsentantin der EU-Kommission in Deutschland, Barbara Gessler, den Blick auf die für die Kreativwirtschaft relevanten gesetzgeberischen Vorhaben im Bereich KI und Urheberrecht im europäischen Kontext gerichtet. Sie hob die besondere Bedeutung der Musik und der Musikindustrie für Europa hervor und unterstrich, dass geltendes Recht auch durchsetzbar sein muss. Bei all diesen Themen sei dabei der gemeinsame Einsatz von Politik und Branche entscheidend. Auch und gerade in den aktuellen Zeiten, denn gemeinsam lasse es sich auch besser einstehen für Freiheit, Sicherheit und Demokratie.
Der BVMI-Vorstandsvorsitzende Dr. Florian Drücke hatte bei der Eröffnung der Konferenz festgestellt: „Wir bewegen uns in einem deutlich angespannten gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Umfeld, in dem wir uns als Bürgerinnen und Bürger, aber natürlich auch als Branche, neu verorten müssen. Dabei lernen wir als Gesellschaft vor allem, dass Selbstverständlichkeiten der letzten Jahrzehnte keine mehr sind. Dazu gehört auch wirtschaftliches Wachstum. Transformation erfordert Konzentration! Wir als Branche können das und haben es mehr als einmal bewiesen. Denn wir leben von Innovation, haben den konstanten Change als Challenge angenommen und immer wieder neue Wege gefunden, neue Partnerschaften etabliert, bei denen der Mensch – die Künstlerinnen und Künstler – im Mittelpunkt steht.“
Unter der Überschrift „Immer wieder Aufbruch! Anspruch und Realität der Musikbranche zwischen Streaming, Fraud und künstlicher Intelligenz“ widmete sich im Anschluss das erste der beiden Panels zentralen Fragestellungen, Lösungsansätzen und Zukunftsperspektiven der Branche angesichts der Gleichzeitigkeit massiver Transformationsprozesse. Holger Christoph, Senior Vice President Digital Business Central Europe, Universal Music Group, Ella Rohwer, Vorstandsmitglied und Geschäftsführerin des Verbandes Pro Musik, und Christoph Schütt, LL.M., Referatsleiter Digitale Geschäftsmodelle beim Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM), diskutierten unter anderem, wo angesichts der Dynamik im Bereich generativer KI, dem inzwischen gut etablierten Markt des Musik-Streamings und der sich verschärfenden Herausforderung durch Streaming-Manipulationen Interessen aufeinanderprallen, wo aber auch neue Gemeinsamkeiten und Allianzen entstehen.
Das zweite Panel stand unter der Leitfrage: „Urheberrecht & KI – wie geht‘s weiter?“. Kristina Janušauskaitė, Executive Director of European Office, International Federation of the Phonographic Industry (IFPI), Axel Voss, MdEP, rechtspolitischer Sprecher der EVP-Fraktion, Europäisches Parlament, und Dr. Johannes Christian Wichard, Leiter der Unterabteilung III B in der Abteilung Handels- und Wirtschaftsrecht im Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz (BMJV), leuchteten die Verbindung von Urheberrecht und der Entwicklung generativer künstlicher Intelligenz aus. Im Mittelpunkt standen marktfähige Instrumente sowie die bestehenden Rechtsvorschriften mit Blick darauf, welche Aspekte überarbeitet, präzisiert oder neu entwickelt werden müssen, um einen gesunden Markt zu fördern, die wirksame Durchsetzung von Rechten zu gewährleisten und eine nachhaltige Koexistenz von Technologie und der Kultur- und Kreativwirtschaft im Zeitalter der KI zu ermöglichen.
Durch das Rahmenprogramm der Konferenz und die beiden Gesprächsrunden führte der Autor und Publizist Jan Kage.
Das vollständige Programm der diesjährigen Kulturkonferenz finden Sie hier.
© Markus Nass / BVMI


